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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
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Gegensatz zwischen Kröner und Parey .

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weder für den Verkehr innerhalb desselben Vereinsbezirks, noch für dennach andern Vereinsbczirken. Die Rheinländer faßten dies dahin auf,daß, wenn daneben die von ihnen erstrebte Einigung erreicht würde,damit dann auch für und durch das Statut der Höchstrabatt von 5 "/<>bestimmt sei.

Die Hauptversammlung aber betrat Kröncr, einen zwiespältigenVorstand hinter sich, mannigfache Widerstände vor sich. Verhandlungendes Vorstandes am 25. und 26. März hatten eine schwere Differenzzwischen Kröner einerseits und Paul Parcy, dem sich Ernst Seemann uud Oscar von Hase anschlössen, andrerseits ergeben. Kröner wollte dieStimmvertretung auf keinen Fall noch weiter beschränkt, und er wolltevon keinem an die Stelle der freiwilligen Verlegervcrpslichtung zu setzendenstatutarischen Vcrlegerzwang wissen; Parey wollte die Stimmvertretunglediglich auf die Wahlen beschränken und die Verpflichtung für die Ver-leger in das Statut einführen, an Schleuderer, die durch Hauptvcr-sammlungsbeschluß aus dem Börsenvcrein ausgeschlossen waren, nichtsmehr zu liefern, und beide Pareyschen Anträge wurden gegen die einzigeStimme Kröners vom Vorstand angenommen. Kröner hatte daraufseinen Namen von der Unterzeichnung des also geänderten Nevisions-entwurfs zurückgezogen und den Vorstandsmitgliedern die Niederlcgungseines Amtes als Ersten Vorstehers unmittelbar nach der Hauptver-sammlung angekündigt. Die Vorstandsmitglieder antworteten damit, daßsie Kröner dringend ersuchten, von der Amtsniederlegung gerade in dergegenwärtigen Lage abzusehen, sonst aber erklärten, ihr Amt auch ihrer-seits niederzulegen. Der Rücktritt Kröners wurde nur dadurch vermieden,daß der Vorstand sich damit einverstanden erklärte, daß ungeachtet dervon Kröncrs Anschauung abweichenden Anschauung, die der Vorstandals solcher auf Grund der Abstimmung zu Recht zu vertreten hatte.Kröner seine Abänderungsvorschläge in unveränderter Gestalt als reinpersönliche bekanntmache und vertrete. Die übrigen Widerstünde warenmit den von Parey vertretenen Anschauungen von verwandter Art.Kröner war der gleiche geblieben. Er verfolgte von Anfang an wedereine bloßeorganische Reform von innen heraus" ohne statutarischeBeihilfe, noch die Umgestaltung des Börsenvercins zu einer alle deutschenBuchhändler umfassenden Innung. Aber hatte er es in den erstenJahren der Neformbcwcgung mit Gegnern zu thun gehabt, denen seine