Stimmvertrctung. Verlcgerzwang,
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lagsartikeln zu gelangen, für den Schleuderer immerhin mit gewissenSchwierigkeiten verbunden war, im Einverständnisse mit ihm konnte derBezug so bequem und sicher bewerkstelligt werden, daß keine auch nochso scharfe Statutcubcstimmnng dagegen zu schützen vermochte.
Der Börsenverein, der Mitglieder nicht nur in Deutschland, Öster-reich und der Schweiz, sondern in ganz Europa , in der ganzen Welthatte, der die verschiedenartigsten Geschäftsbetriebe, Sortimcnter, Kol-portagcbuchhäudler, Kommissionäre, Verleger, in den verschiedenartigstenSchattierungen mit den verschiedensten Interessen umfaßte, sollte zu einerInnung erweitert werden, die bewirkte, daß außerhalb derselben stehendeBuchhändler gar nicht mehr als solche betrachtet wurden und bestehenkonnten, und das angesichts staatlicher Gesetze, die jedem jeden Augen-blick gestatteten, eine Buchhandlung aufzuthun. Nahm man selbst an,das ungeheure Werk wäre — durch welche Machtmittel freilich? —gelungen gewesen: eine neu erstehende Verlagsbuchhandlung, die imgroßen Stil erfolgreich Verlagsartikel produzierte und der Innung nichtbeitrat, hätte sich für den Vertrieb ihrer Artikel neue Agenten außer-halb der Innung gesucht, und wenn die Artikel von durchschlagenderWirkung waren, so fand sie sie und schuf nach und nach einen neuenSortimcnterstcmd, während die Jnnungssortimente, ohne etwas daranzu verdienen, bei Seite standen.
In ausführlicher und eindrucksvoller Rede legte Kröner seine An-schauungen dar; die Hauptversammlung nahm die Krönerschcn Abände-rungsvorschläge als Direktive für die Revision des Statuts an; auchdie Rheinländer stellten sich auf den Boden des Krönerschcn Entwurfs;der Geist Kröners hatte in der Hauptversammlung, und damit kraftder Annahme seiner Vorschläge als Direktive für die Statutcnrevisionüber den widerstrebenden Vorstand gesiegt; in der Vorstandsvcrsnmmlungdes folgenden Tages erklärte Parey, weder hinsichtlich des Berleger-zwangs noch hinsichtlich der Stimmenstellvertretung seine abweichendenAnsichten, sei es durch Rede oder durch Abstimmung, ferner geltend zumachen, die übrigen Vorstandsmitglieder schlössen sich seiner Erklärungan, und Kröncr konnte mit Genugthuung feststellen, daß so der Vorstandeinig und geschlossen an das Werk der Statutcnrevision herangehe.
Der Außerordentliche Ausschuß für die Revision des Statuts bestandaus den sechs Vorstandsmitgliedern Adolf Kröner , Carl Müller-Grote