Widerstand Berlins. Außerordentliche Hauptversammlung zu Frankfurt a. M. 565
Korporation der Berliner Buchhändler vom 6. September 1887 hatteeine Beschränkung des 10 "/„-Rabatts auf Berlin für undurchführbarund hatte es als unwürdig erklärt, sich den ganz unberechenbaren Be-schlüssen einer Generalversammlung in Leipzig in einer so wichtigenAngelegenheit unterzuordnen; sie hatte die Herabsetzung des Höchstrabatts,innerhalb wie außerhalb des Wohnorts, auf weniger als 10"/^ von derHand gewiesen und, da „die ihr als Organ des Börscnvereins natur-gemäß erwachsenden neuen Aufgaben mit dem Zweck der Korporationnicht in Einklang zu bringen" seien, ihren Eintritt in den Börsen-Verein abgelehnt. Sie hielten die Erklärungen aufrecht und setzten allesdaran, in möglichst starker Zahl in Frankfurt vertreten zu sein. DieRheinländer riefen den Sortimentshandel ganz Deutschlands zum Zugenach Frankfurt auf und versuchten neue Minen zu legen, die den Wider-stand Berlins sprengen sollten: sie riefen unterm 15. September dieVerlagsbuchhandlungen auf, eine Erklärung zu unterzeichnen, nach derfie sich verpflichteten, von Ostern 1888 ab ihren gesamten Verlag nurnoch an diejenigen Firmen Berlins mit vollem Rabatt zu liefern, diedie neuen Satzungen des Börscnvereins anerkennen und dies ausdrück-lich erklären würden; alle Berliner Firmen, die die Erklärung nichtabgaben, sollten den Verlag mit höchstens 15°/<> Rabatt erhalten.
Die Tage des 24. und 25. September des Jahres 1887 kamen,die die außerordentliche Dclegiertenvcrsammlnng und die außerordent-liche Hauptversammlung des Börscnvereins im Saalbau zu Frank-furt am Main tagen sahen.
Es handelte sich um Statutenrevision: die Stimmvcrtretung warausgeschlossen; in reicher Zahl waren die deutschen Buchhändler vonallen Seiten herbeigeeilt.
Kröner zeichnete noch einmal in großen Zügen Natur und Wesender neuen Satzungen, die den Sortimentsbuchhandel, insbesondere dender Provinz, gegen den ihm durch die Preisschleuderei einer verhältnis-mäßig kleinen Anzahl von Firmen drohenden Ruin schützen, in dem überdas ganze deutsche Sprachgebiet sich erstreckenden Netz von Sortiments-buchhandlungen eine der wichtigsten Vorbedingungen für den erfolgreichenVertrieb littcrarischer Erzeugnisse und damit für die Leistungsfähigkeitdes deutschen Buchhandels aufrechterhalten sollten. Er betonte, daß dieBestrebungen für die Erhaltung eines ausreichenden, soliden Vertriebs-