Parcys Vorstehcrscha't.
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25. September ein erneutes Beschwörungsschreiben an jedes einzelne Mit-glied der Berliner Vereinigung. In dem Berliner Sortimentcrvercin aberwurde der Erlaß des Börsenvcrcins-Vorstandcs für thöricht und statuteu-widrig erklärt, im Vorwort des 16. Jahrgangs des Universitätskatalogsspottete die Firma Mayer Müller alter Bestrebungen und Erfolgedes Börscnvcrcins in ärgerer Weise denn je, und N. L. Präger inBerlin rief unter dem Heiterkcitsbcifall der Berliner „Vereinigung" denenvon der Partei des Börscnvcrcins zu: „Haben Sie denn die Schwierig-keiten überwunden, Maycr ^ Müller die Hilfsmittel abzugraben?! —Da steht eine Firma da vor ganz Deutschland und kriegt nichts undliefert immerfort uud liefert mit 15"/^! Und Sie wollen das Reich,den Staat und die Stadt zwingen?" Adolf Behrend skizzirte in der-selben Außerordentlichen Hauptversammlung die Berliner Vereinigungvom 26. September, welche Unbesonnenheit der Schritt des Börscn-vcrcinsvorstandes darstelle, selbst dann und gerade dann, wenn derBerliner Buchhandel ihm folgen würde. Ein Rabatt von nur 5°/g,für Berlin ohne jede Dehnbarkeit beschlossen, könne möglicherweise demBörsenverein seine ganze Existenz kosten. „Es könnte geschehen, daß diealten Handlungen nicht so gutwillig ihre Häupter aus den Block legenund sich an die Satzungen nicht kehren. . Dann würde die natürlicheFolge sein, daß der Börscuvcrein die Maßregel der Satzungen . . fordert.Ich bezweifle aber sehr, daß das durchführbar sein würde, daß die Ge-samtheit des Buchhandels, namentlich der Verleger sich dazu entschließenwird, Berlin niederzutreten . . Es würde einer nach dem andcru ab-fallen, und die Folge würde sein, daß wir nach kurzer Zeit zu einervollkommenen Anarchie kommen, die viel schlimmer ist, als was heutebekämpft wird. Sic hätten sich mit den 10°/o, die schon ein großerFortschritt waren, auf 10, 12 Jahre begnügen sollen . . Es ist eineganz unbegreiflich unheilvolle Sache, daß durch das Drängen einigerHeißsporne in der Provinz man sich jetzt entschließt, den ganzen großenBuchhandel über einen Kamm zu scheren." Die Berliner Versammlungvertagte die Entscheidung, bis von feiten des Börscnvcrcins eingehenddarüber berichtet worden sei, wie sich die preußischen Behörden, ins-besondere das Kultusministerium zu der Frage geäußert hätten.
Nun stieg die Unruhe in Leipzig . Unterm 9. Oktober forderte dieLeipziger Freie Vereinigung vom Börscnvorstand „in kürzester Frist"