Parcy, Kröner, Brockhaus.
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Noch im September 1888 lebte Parcy der Zuversicht, die Berlinerdurch „persönliche Freundlichkeit und strammes amtliches Auftreten" ge-winnen und überwinden zu können; im November schon schrieb ergänzlich entmutigt an Bernhard Hartmann: „Die Zeit der hoffnungs-vollen Agitation und der erhebenden Beschlüsse ist vorbei." Noch suchteHartmann ihn aufzurichten; allein die Augen des deutschen Buchhandelslenkten sich auf einen andern: auf Adolf Kröner , den von neuem zumErsten Vorsteher zu gewinnen der Verband der Orts- und Kreisvereineschon am Werke war. Kröner folgte dem Nufe nicht mit leichtem Herzen;das Jahr der Pareyschen Vorstandsschaft war ihm erfüllt mit bittern undkränkenden Erfahrungen. Allein er folgte ihm; unter einer Bedingung:daß an seine Seite als Zweiter Vorsteher, und nach Ablauf desTricnniums als sein Nachfolger, sein entschiedenster Gegner aus dergroßen Zeit der Neformkämpfc, Dr. Eduard Brockhaus trete. In derStunde, als Kröner Brockhaus aufsuchte und Brockhaus' Zusage ge-wann, reichte sich eine alte und eine neue Zeit die Hand zum Bunde.ES war zu Kantate 1889. Parey trat zurück. Kröner trat zum drittenMale das Amt des Ersten Vorstehers an, und die Fahrt lenkte in dieklare, entschiedene und maßvolle Richtung Kröners znrück. Als Krönerzu Kantate 1892 endgültig vom Schauplatz der Rcformbewcgung abtrat,durfte er erklären: daß in den letzten Jahren die Stimmung eine ruhigereund stetigere geworden, daß von den obersten richterlichen Behörden herweder die Satzungen im allgemeinen, noch speziell der darin nieder-gelegte Zweck der Regelung des Kundcnrabatts und die zur Durchführungdieses Zweckes vorgesehenen Satzungsbestimmnngcu angefochten wurden;und daß der künftig einzuschlagende Weg durch die Erfahrungen nnd Er-folge der letzten Jahre nun klar genug vorgezeichnct sei, um seine Nach-folger über die künftig zu beobachtende Haltung nicht im Zweifel zu lassen.
Er verließ deu von ihm gcfestctcn Boden, auf dem die buchhänd-lerische Organisation unserer Gegenwart ruht.