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II. Der Krieg von 1806 und 1807
Anlaß, denselben hinauszuschieben, ward vom Herzoge von Braun-schweig leider willig ergriffen.
Um die gewünschte Klarheit über die Lage zu gewinnen, warbei den Beratungen in Erfurt beschlossen worden, die Kavalleriedurch das Gebirge vorgehen, ihr aber auch starke Abteilungen anInfanterie nnd Artillerie folgen zu lassen. Diese unzweckmäßigeMaßregel, die nur zur Zersplitterung der Kräfte geführt habenwürde, verwarf der König. Er nahm statt dessen den Vor-schlag an, einen tüchtigen Generalstabsoffizier, den Hauptmannv. Müffling, nebst einigen Reitern mit der gleichen Aufgabe zu be-trauen. Das bewährte sich, und am L. Oktober hatte man imHauptquartier die Gewißheit, daß der Kaiser die große Armee nachBayreuth und Bamberg zusammenberufen habe, daß nicht einmalseine rückwärtigen Verbindungen durch aufgestellte Truppen gesichertwären. Nun konnte über seine Absichten kein Zweifel mehrherrschen.
Der Fall, den man für den wahrscheinlichsten gehalten, näm-lich daß Napoleon rechts der Saale vorgehen werde, war ein-getreten. Dennoch schritt man mit unglaublicher Langsamkeit andie Ausführung der für diesen Fall vorgesehenen Bewegungen.Am 9. Oktober sollten sich die Armeen zusammenziehen und am10. an der Saale bereitstellen. Das weitere barg der Herzog inseinem Innern.
Hohenlohe und seinen Stabschef Massenbach zog es von Hauseaus nach dem rechten Saaleufer hinüber. Sie hatten es immerfür vorteilhafter gehalten, dort vorzugehen, und da es nicht dazugekommen war, so dachten sie jetzt noch von ihrem Plane zu retten,soviel davon zu retten war. Hohenlohe hatte die Sachsen nichtnach der Saale herangezogen und die Überschreitung des Flussesmit den übrigen Truppen schon sür den 10. Oktober angeordnet.An diesem Tage beabsichtigte er, seine ganze Armee in der Gegendvon Mittel-Pöllnitz zu vereinigen und dort, wenn nötig, vereinzeltgegen Napoleon zu schlagen, das heißt in Wirklichkeit wohl vonihm geschlagen zu werden.
Die Gefechte von Schleiz und Saalfeld am 9. und ^0. Oktober IMS
Glücklicherweise hatte General Graf Tauentzien bei Hof dasAnwachsen der Feinde vor seiner Front zeitig bemerkt und war