Gefecht von Waren
öl
auf dem Weitermarsche gab es lebhafte Gefechte; Pletz hielt wackerstand, obschon ihn Blücher aus der sich mühsam weiterschleppendenHauptmacht nicht unterstützen konnte. Noch einmal machte einTeil des braven Regimentes Pletz-Husaren den Abziehenden durcheine glänzende Attacke Luft. Der sie befehligte, war Majorv. Katzler, der später so berühmt gewordene Avantgardenführer derFreiheitskriege. Vier Männer führte hier auf dem Zuge nachLübeck das Geschick zusammen, die sich sechs Jahre später Ruhmerwarben: Blücher, Scharnhorst, Jorck und Katzler. So war imganzen der 1. November noch ein glücklicher Tag für die Preußengeworden. Allein die Wolken zogen sich rings um sie zusammen.Murat, der hartnäckig an dem Gedanken festgehalten hatte, daßBlücher nach der Oder und Vorpommern zu entkommen suchenwürde, begann in seiner Meinung irre zu werden, lenkte gegenWesten ein und gelangte am 2. November bis Malchin. Soult ,von Magdeburg , wo er mit Ney vereint gestanden, durch denKaiser abberufen, näherte sich gleichfalls von Rathenow her undstand abends bei Plau . Alles in allem waren etwa 50 000 Mannauf Blüchers Spuren, der an diesem Tage die Gegend östlich desSchweriner Sees erreichte. Er war nicht gedrängt worden; dennder verflossene Tag hatte den Verfolgern Respekt eingeflößt. Wasaber der Feind nicht tat, verrichteten Müdigkeit, Hunger und Not.Ein kleiner Unfall blieb auch nicht aus; ein verspätetes Bataillonließ sich vom Feinde überraschen.
Am 3. November ging der Rückzug nur bis hinter die Stör.Blücher dachte daran, den unaufhörlichen Märschen und dem Aus-weichen ein Ende zu machen. Die starke Stellung hinter demFlusse lud dazu ein. Abends aber gelang es den Franzosen , sichdurch entschlossenen Vorstoß eines der Übergänge zu bemächtigen.Auch andere Verluste an zurückgebliebenen Abteilungen traten ein— die natürliche Folge langer Rückmärsche zerstreuter Kolonnen.Nun war auch hier an ein Halten nicht mehr zu denken. Esmußte über die Richtung entschieden werden, die der Rückzug end-gültig nehmen, und über das Ziel, an dem er enden sollte.
Noch war der ursprünglich gewählte Weg zur Elbe beiBoizenburg frei und der Übergang vorbereitet. Allein ein eigen-tümlicher Unstern waltete in diesen Tagen über allem, was Preußenunternahm. Falsche Nachrichten ließen Blücher glauben, er sei vondem rettenden Strome bereits abgeschnitten. Soult hätte dies tun