Uneinigkeit unter den russischen Führern
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gegen die glänzenden preußischen Heere in Thüringen . Es warZeit, aus diesen Umständen herauszukommen; Napoleon wünschtees sehnlich.
Im Augenblicke befanden sich Davout und Augereau, der beiZakroczyn unterhalb Warschau in 14 Tagen mühsam eine Brückegeschlagen hatte, in dem Flußwinkel zwischen Wkra und Weichsel ,bei ihnen die Kavalleriedivisionen Klein und Milhaud. Jetzt rücktenauch die übrige Kavallerie, Lannes und die Garden von Warschau her nach. Soult , der nahe von Plock übergegangen war, solltegegen die Wkra vorgehen. Auf Jerüme wurde natürlich nicht ge-wartet. Er fand seine Verwendung in Schlesien .
Von der linken Heeresabteilung war das Korps Ney bisStrasburg, das Korps Bernadotte bis Rypin gelangt, Hechts vondiesem als Bindeglied mit der Warschauer Gruppe standen die dreiKavalleriedivisionen des Marschall Bessieres. Bernadotte führteüber alle von Thorn gekommenen Truppen den einheitlichen Ober-befehl. Seine Tatkraft bei der Verfolgung Blüchers hatte dieVersäumnisse von der Saale vergessen lassen.
Drüben war L'Estocq bis Lautenburg ausgewichen; Bennigsenstand mit seinen vier Divisionen (2., 3., 4., 6.) zwischen dem unterenNarew und der Wkra . Hinter ihm war Buxhöwden mit vier anderenDivisionen (S., 7., 8., 14.) endlich nach Ostrolenka gekommen.Diese jedoch, die den Feldzug 1305 mitgemacht und den Ersatz fürihre Verluste noch nicht erhalten hatten, waren an Zahl nichtunerheblich schwächer, als die vorderen. Zwei vom türkischenKriegsschauplatze herangerufene Divisionen unter General v. Essen Ierreichten Brest Litewsk, 135 Kilometer von Warschau entfernt.
Mit Buxhöwdens Eintreffen auf dem Kriegsschauplatz stelltesich für die Verbündeten ein gefährlicher Feind des Erfolges ein,die Uneinigkeit zwischen den Führern. Kaiser Alexander von Ruß-land hatte den General Grafen Tolstoi auf den Kriegsschauplatzentsendet, um zwischen den beiden selbständig kommandierendenGeneralen als sein Vertreter zu vermitteln. Ein Triumvirat lenktealso die Geschicke des Heeres. Ein vierter Feldherr sollte hinzu-kommen, um die Verwirrung zu vervollständigen. Die militärisch-politische Stimme Rußlands hatte den altersschwachen FeldmarschallKamenskoi, der einst im Türkenkriege ein verdienstvoller Führergewesen war, als den rechten Mann bezeichnet, der einem Napoleon gegenüber zu stellen wäre. Seine Ernennung erfolgte. Alt-
Frhr, v, d, Goltz, Kriegsgeschichte 7