Die Schlacht von Pultusk und Golymin
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überall. Viele starben, deren Kräfte ein Schluck Wein oder Brannt-wein noch einmal belebt hätte. Aber es war nichts mehr vorhanden.
Den Russen erging es ähnlich; doch die rauhere Natur ihrerSoldaten leistete dem Ungemach mehr Widerstand. Freilich bliebenviele Geschütze stecken, Nachzügler wurden aufgegriffen, aber dochwaren Land und Himmel mit dem russischen Heere im Bunde.In Wald und Sumpf zeigten sich die Kasaken und ihre kleinenharten Pferde den französischen Reitern überlegen. Sie decktenmit Erfolg den Abzug der Ihrigen. Napoleon tappte im Dunkeln.Von der Versammlung der Russen bei Pultusk fehlte ihm dieNachricht.
Er hatte in breiter Front die untere Wkra überschritten.Rechts am Narew entlang zog Lannes mit seinem Korps hin,links neben ihm mehr nördlich Davout, Augereau und Soult , dieReiterei davor und dazwischen. Auch Bernadotte sollte gegen denrechten Flügel der Russen mitwirken.
Die Schlacht von pultusk und Golymin am 26. Dezember 1.306
. Bennigsen, der bei Pultusk am Ende 40—45 000 Mann zu-sammengebracht hatte, blieb dort in vorteilhafter Höhenstellung am26. Dezember halten. Ihm gegenüber trat Lannes mit seinenMarschkolonnen, aber nur von wenig Artillerie noch begleitet, ausden Wäldern heraus und griff an. Die blutige Schlacht vonPultusk entspann sich. Die Franzosen machten keine Fortschritte.Eine Division vom Korps Davout kam von links her zur Unter-stützung heran, aber auch sie konnte das Schicksal des Tages nichtwenden. 26 000 Franzosen vermochten trotz aller Anstrengungnicht die russische Übermacht zu werfen. Am Abend stand Bennigsenfest in seiner Schlachtlinie, die Franzosen wichen zurück; sie hattenschwere Verluste erlitten. Ein weiterer Rückzug hätte sie dazugenötigt, den größten Teil der Artillerie im Stiche zu lassen.
Am gleichen Tage war es auch weiter nördlich bei Golyminam rechten russischen Flügel zum Gefecht gekommen. Von dortwollte Fürst Gallizin seine Division nach Pultusk heranführenund stieß auf die ankommende französische Kavallerie und dasKorps Augereau. Durch eine Division vom Heere Buxhöwdenserhielt er Unterstützung. Hier fochten im umgekehrten Verhältnissewie bei Pultusk 13 000 Russen gegen 27000 Franzosen. Allein
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