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II. Der Krieg von 1806 und 1807
des preußischen Staatsgebietes durch „Ombragen" und „Jalousien",wie die gelehrte Kriegskunst der Zeit sie liebte, zu schützen gedachte.
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Bennigsen und Buxhöwdeu waren indessen, einander grollendund sich meidend, narew- und bobrabwärts, durch den Fluß ge-trennt, unbelästigt abgezogen. Sie wollten bis über die preußischeGrenze auf russisches Gebiet zurückgehen; doch gelang es dempreußischen Hauptmann v. Schüler, den der König zu ihnengesandt, sie davon abzubringen. In Goniondz erhielt Bennigsenzum Lohne für seinen halben Erfolg von Pultusk die Ernennungzum Oberbefehlshaber und führte nunmehr die ganze Armee wiederwestlich nach Bialla vor, während Buxhöwdeu sie verließ. Generalv. Essen übernahm die Sicherung der russischen Grenzen in derRichtung auf Warschau . Zu seiner Unterstützung ließ Bennigsenbei Goniondz die 6. Division des Generals Sedmoratzki stehen.
7. Von der Weichsel bis Pr.-Eylau
Am 1. Januar gab Napoleon die endgültigen Befehle für dieWinterruhe. Die Armee durfte sich hinter dem Omulef und derPassarge vom unteren Bug und Narew bis zum FrischenHaff hin ausdehnen. Das war Raum genug, um den Truppennach den großen Anstrengungen gute Unterkunft zu gewähren.Von besonderem Werte wurde dabei das durch den Kriegnoch nicht stark berührte Land um das Weichseldelta herum. Invorderer Linie sollten die Korps von Davout, Soult , Ney undBernadotte lagern, dahinter Lannes und Augereau, sowie die Garde,die in der Nähe von Warschau noch die nächsten Bezirke am linkenWeichselufer einnahmen. Dorthin wurde auch die neu gebildeteGrenadierdivision Oudinot herangezogen, während der MarschallLefebvre mit dem ebenfalls jetzt erst zusammengestellten 10. Armee-korps die Belagerung von Graudenz und Danzig zu übernehmenbestimmt wurde. Die Kavalleriedivisionen lagen meist im Weichsel-tale, zum Teil auch im Narewgebiet in vorderer Linie.
Sogleich begann der Kaiser mit umfassenden Maßregeln zurVerstärkung und Versorgung seines Heeres. Für ihn selbst gabes keine Ruhe. Er hatte eingesehen, daß ein Feldzug in den pol-