Eintreffen der Franzosen vor Pr.-Eylau
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hätte man sich ohne Führer verirrt, wenn nicht die Kette derNachzügler und verspätete Karren die Spuren des Heerzuges ge-kennzeichnet hätten. Je weiter nördlich, desto ärger wurde es. DasGefechtsfeld von Hof machte einen furchtbaren Eindruck. „Niehaben so viel Kadaver einen so kleinen Raum bedeckt." Nochlebende, aber völlig erschöpfte Pferde standen am Wege und harrtendes Augenblicks, wo der Hunger sie niedersinken ließ. War einKampfplatz überschritten, so traf der Blick schon den anderen. Wiees bei der vorn marschierenden Truppe unter diesen Umständenaussah, ist leicht zu ermessen. Die Menschen wankten mechanischvorwärts, und die Pferde glichen Skeletten, die sich unter ihrenReitern nur noch mühsam bewegen, aber nicht mehr traben konnten.Auch der Kaiser hat sich dieser harten Tage noch mehrfach mitleichtem Schauer erinnert. Dergleichen hatte die große Armee bisdahin noch nicht durchlebt.
Mehrfach war die russische Nachhut, die Fürst Bagration am7. Februar führte, gezwungen gewesen, Halt zu machen, um Muratsherankommende Reiterei abzuwehren. Hinten bei Eylau stautensich die Truppenmassen am engen Stadteingange. Bennigsen ließeinige Reiterregimenter und Infanterie wieder umkehren und zurNachhut stoßen. Diese nahm zuletzt eine Stellung auf denflachen Höhen südwestlich von Eylau hinter dem Tenknitter undWaschkeiter See ein.
Um 2 Uhr nachmittags trafen die Franzosen mit den vorderstenTruppen vor ihrer Frontlinie ein.
Die Schlacht von Pr.-Eylau am 7. und 8. Februar
(S. Skizze 10)
Unter solchen Umständen begann die zweitägige Schlacht vonPr.-Eylau. Sie war eine der blutigsten aller Feldzüge des vorigenJahrhunderts. Dennoch sind manche ihrer Vorgänge uns nurwenig bekannt, wie es sich aus dem Zustand der beteiligten Heereerklärt.
Den ersten Angriff Murats und Soults wies Fürst Bagrationerfolgreich ab.
Glücklich griff seine Kavallerie auf dem Eise des TenknitterSees ein französisches Infanterieregiment an, sprengte es und er-oberte einen Adler.