Davout wirft den linken russischen Flügel
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Divisionen Davouts unter Gudin auf dem Schlachtfelde ein. Mitder Division Friant vereint nahm sie Kl.-Sausgarten und konntenun die Kreegeberge vom Rücken her fassen. Die Russen wiche»und gingen langsam gegen Auklappen zurück. Die Kreegebergewurden endgültig genommen und alles in der Nähe befindlicheGeschütz heraufgebracht, das nun begann, die russischen Linien gegenNordwest hin der Länge nach zu bestreicheu. In diesen war nichtsmehr zu kräftigem Gegenstoße vorhanden. Augereaus verunglückterAngriff hatte den Erfolg gehabt, daß Bennigsen die 4. und7. Division zur Verstärkung in die Front warf, und die 14. hattesich bereits um Mittag in den Kämpfen bei den Kreegebergenverbraucht.
Die Niederlage des linken russischen Flügels zog daher auchdas Weichen der Mitte nach sich. Zwar war nach AugereausNiederlage der Befehl an die Divisiou St. Hilaire ergangen, dieentblößte Mitte der französischen Schlachtlinie zu schützen, und siezog sich nochmals an die Bartensteiner Straße zurück. Der un-ermüdliche Davout aber setzte die Angriffe mit dem eigenen Korpsallein fort. Er ordnete die Artillerie auf den Kreegebergen zueiner starken Batterie von 30 Geschützen und stellte die DivisionGudin zu ihrem Schutze in der Nähe auf. Mit den anderenDivisionen nahm er das Birkenwäldchen und Auklappen, endlichsogar Kutschitten. Im scharfen, nach Norden geöffneten Winkelbog sich die russische Linie völlig zurück. Der innere Raum desWinkels bedeckte sich mit Flüchtlingen und Truppentrümmern. DieSchlacht schien verloren. Sehnsüchtig schaute Bennigsen nach denPreußen aus und ritt ihnen entgegen, als er von ihrer An-näherung erfuhr.
L'Estocq hatte am 6. vou Schlodien aus nur einen kleinenMarsch gemacht, um seinen Truppen etwas Ruhe zu gönnen, underreichte am 7. abends Hussehnen. Die Wege dahin waren schlecht,aufgefahren, dann gefroren, mannigfach gewunden, bergauf nnd bergabdurch tiefen Schnee führend. Viele Truppen erreichten das Zielerst in der Nacht und die Reserve gar am Morgen des 8. Februarzwischen 4 und 5 Uhr. Der General selbst hatte, von Scharnhorstbegleitet, nach Eylau zu einer Besprechung mit Bennigsen fahrenwollen, war aber uicht mehr durchgekommen und mußte sich aufUmwegen den eigenen Truppen wieder anschließen. In Hussehnen