Wiederherstellung und Verstärkung der Werke 137
wirksame Verstärkung erhalten. Die anfangs ganz schwache Garnisonwar auf etwa 10000 Mann gebracht worden. Bei allen getroffenenMaßnahmen aber war nur das nächste Ziel, nämlich die passiveVerteidigung der Werke und die Behauptung der Stadt ins Augegefaßt worden, nicht die strategische Bedeutung Danzigs oder seineEinwirkung auf die Operationen der Heere. Die Verbindung mitWeichselmünde und der See blieb unbeachtet.
Die Garnison war trotz ihrer Verstärkung noch unzureichendfür den ausgedehnten Platz und den Landstrich, der im Interesseder Verteidigung rings um die Stadt behauptet werden mußte.Es kam hinzu, daß sie eine Anzahl von Truppenteilen mit pol-nischem Ersatz zählte, deren Zuverlässigkeit keineswegs groß war.Desertion lichtete bald die Reihen.
Mit Hilfe der vor der Eylauer Schlacht bis Marienwerdervorgeschobenen gemischten Truppenabteilung des Generals Rouquettewurde dennoch das Vorland der Festung sowie die Städte Dirschau und Marienwerder lange erfolgreich gegen die herandrängendenpolnischen Insurgenten behauptet. Das in Danzig gebildete Frei-korps des Grafen Krockow hielt die Verbindung mit Kolberg aufrecht.
Am 18. Februar langte, von Stettin kommend, der GeneralMenard mit französischen und Rheinbundstruppen vor der Festungan; Dirschau wurdc^-mommen, auch die Verbindung mit Kolberg hörte auf.
Ernster wurden die Dinge, als am 25. Februar MarschallLefebvre, der kommandierende General des zur Belagerung be-stimmten und in der Versammlung begriffenen 10. Korps dergroßen Armee, in Dirschau eintraf. Anfangs verfügte er freilichnur über 12 000 Mann. Täglich aber verstärkten sich seine Truppendurch Zuzug. Er schritt auch alsbald zur Wegnahme desMarienburger Werders zwischen Nogat und Weichsel . Am 10. Märzwar Danzig so weit eingeschlossen, daß nur noch die Verbindungzur See und über die Nehrung nach Pillau möglich blieb.
Am 11. März traf der schon im November zum Gouverneurernannte General Graf Kalckreuth in Danzig ein und übernahmdie Leitung der Verteidigung. Es ist bezeichnend für die Auffassungder Zeit, daß er mehr als drei Monate gezögert hatte, sich aufseinen wichtigen Posten zu begeben, und sich solange durch denGeneral v. Manstein vertreten ließ. Ein Unfall mit dem Pferdesetzte diesen außer Tätigkeit.