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anderen den Weitermarsch fortsetzten. Der Erfolg blieb im ganzenauf feiten der Franzosen. Am Abend dieses Tages hatte Napoleon ,seinen Grundsätzen getreu, zum Teile freilich nach unerhörtenMarschleistungen, 150000 Mann vorwärts von Jngolstadt ver-sammelt. Die Österreicher standen nördlich und südlich von Negens-burg, jetzt ihrerseits in zwei Gruppen getrennt, ihm gegenüber, mitdem linken Flügel bis nach Landshut ausgedehnt. Davout hattensie in Regensburg nicht mehr gefunden. Er war der Abdrängnngglücklich entgangen. Die schwache Besatzung, die er in der Stadtzurückgelassen hatte, mußte freilich am 20. April die Waffen strecken.Sogleich suchte der Erzherzog nun alle seine Truppen südlich Regens-burg zu vereinigen. Aber Napoleon kam ihm zuvor. Es folgten dieOperationen, die er selbst in den Memoiren von St. Helena für seinebesten erklärt hat. Er warf mit gewohnter Schnelligkeit am 21. Aprilerst den österreichischen linken Flügel über Landshut südöstlich zurückund fiel dann dem Heere des Erzherzogs, als es sich gerade gegen dieKräfte Davouts vor seiner Front in Bewegung setzte, bei Eggmühl indie linke Flanke. Nach blutiger Schlacht wichen die Österreicher durchRegensburg auf das Nordufer der Donau zurück. Napoleon ließihnen nur Davout dorthin folgen; er selbst drang in schnellerenMärschen südlich der Donau auf Wien vor, das er nach neuenglücklichen Gefechten am 13. Mai besetzte. Der Erzherzog und dieschwachen, zum Schutze auf der geraden Straße belassenen Kräftehatten die Hauptstadt nicht retten können. Die Ausführung be-sonderer Verteidigungsmaßregeln war durch Napoleons raschesHandeln verhindert worden.
Bei dem Versuche, die Donau unterhalb Wien zu überschreiten,ward er jedoch von dem nunmehr auf dem Nordufer herankom-menden Erzherzoge am 21. und 22. in blutiger Schlacht bei Aspern angegriffen. Hochwasser und den Strom herabgelassene Flöße, Baum-stämme und andere Lasten zerstörten seine fast 800 Meter langeKriegsbrücke und trennten das Heer in zwei Teile. Er mußte sichzum Rückzüge auf die Donauinsel Lobau entschließen, auf der eram 23. die über die Donau gegangenen Truppenkörper vereinigte.Sein Mißerfolg war diesmal ein empfindlicher gewesen, und ervermochte sie nicht, wie bei Heilsberg, durch erneutes Vorgehen mitstarken frischen Kräften sofort wieder wettzumachen. Notgedrungenentschloß er sich zu einer Unterbrechung der Operationen.