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III. Die Wtedererhebung
der zwischen dem 28. Juli und 2. August einen ersten Vorstoßgegen Wittgenstein unternahm, ohne Unterstützung und trug so dieMitschuld an dessen Niederlage.
Da das rechte Stromufer in den Händen der Russen blieb,so verwandelte sich die beabsichtigte Einschließung Rigas in eineBeobachtung auf der Südseite. Auf des Marschalls gemessenenBefehl nahm das preußische Korps dort eine weitgedehnte Stellungvon Dahlenkirchen an der Düna über Olai bis Schlock an derOstsee ein. Schlechte Querverbindungen machten dabei die Lageder beiden Flügel recht gefährlich.
Anfangs blieben die Russen in Riga ruhig. Sie hatten nochmit sich selbst zu tun. Als aber ihre Streitkräfte einigermaßengeordnet waren, begannen sie mit Vorstößen. Am 5. August wurdeder Posten bei Schlock auf dem äußersten linken Flügel mit großerÜbermacht zu Lande und durch bewaffnete Fahrzeuge auch von derSee- und Wasserseite her angegriffen und geworfen. Tags daraufwurde von dorther sogar Mitau bedroht. Am 7. aber warfKleist die gegen diese Stadt vorgedrungenen Kolonnen im Gefechtvon Wolgund und Kliwenhos zurück. Die Kanonenschaluppen,die bis nahe an Mitau herangekommen waren, mußten ihren Rück-zug auf der Aa unter Verlust bewerkstelligen. In den folgendenTagen wurden auch die alten Stellungen wieder eingenommen.Dorck kehrte von Memel zurück, um am 13. August an des schwerkranken Grawert Stelle den Oberbefehl zu übernehmen. SeineTruppen waren zum größten Teil bereits vorher von Memel wieder herangerückt. Das Korps zählte um diese Zeit noch16000 Mann. Den Feind in Riga kann man auf mindestensdieselbe Stärke veranschlagen, da er Zuschub erhalten hatte. Einst-weilen blieb Jorck in seinen Stellungen, die er ohne MacdonaldsZustimmung nicht ändern konnte; doch ließ er die einzelnen Postenzu hartnäckiger Verteidigung einrichten. Dann belebte er denVorpostenkrieg, den er zur Schulung aller seiner Truppen in zer-streutem Gefecht benutzte.
Am 22. August ließ General v. Essen ein größeres Unter-nehmen durch General v. Löwis gegen Dahlenkirchen ausführen(S. Skizze 20, Nebenkärtchen), gerade als Oberst v. Horn, derdort den Befehl führte, durch vorübergehende Entsendung einerfliegenden Kolonne gegen Friedrichstadt nicht unerheblich geschwächtwar. Er verfügte nur über etwa 1500 Mann, während Löwis