276 IV. Die Befreiungskriege
Ausrüstung und Bewaffnung waren gut, jedenfalls reichlicher alsbei den Preußen.
Die Kavallerie wurde nach ihrer Gattung in 16 Divisionenvon je 2 Brigaden zu 2 Regimentern eingeteilt. Diese solltenje 6 Eskadrons besitzen, kamen aber vielfach nur auf 2 bis 4,jede zu etwa 120 Pferden. Allein sie waren im allgemeinen hin-reichend beritten, bewaffnet und ausgerüstet. An Kasaken verfügtedie Armee über eine große Zahl. In der Artillerie sah es, wasdie Geschütze anbetraf, wohl etwas bunt aus. Bespannung, Aus-rüstung und Ausbildung entsprachen aber auch hier den Forde-rungen der Zeit. Viel Troß folgte dem russischen Heere; dieVerwaltung und das Sanitütswesen waren mangelhaft, wie ehedem.
In Schlesien bildeten sich vier Korps von verschiedener Stärkeunter Langeron, Sacken, Wittgenstein und St. Priest, sowie diestarken Garden und Reserven unter Großfürst Konstantin — zu-sammen 145000 Mann. Dazu kamen die Truppen in der Markunter Wintzingerode, Woronzow und Tschernitschew, sowie Wall-modens Streitkräfte in Mecklenburg , im ganzen an 39 000 Mann.So hatte Rußland in erster Linie 184 000 Streitbare im freienFelde und dahinter noch eine Reservearmee unter Bennigsen beiWarschau , sowie die Belagerungskorps vor Zamoscz, Modlin undDanzig — abermals an 112 000 Mann.
In Österreich begriff man, daß es unmöglich sein werde,dauernd nur den Vermittler zu spielen. In einer zu Reichen-bach, dem Hauptquartier der verbündeten Monarchen, am 27. Juniabgeschlossenen Übereinkunft hatte es sich verpflichtet, den Kriegan Frankreich zu erklären, wenn Napoleon seine Friedens-vorschläge nicht annähme. Man begann eifrig zu rüsten; dochging es auch hier nur langsam vorwärts, da der zerstörende Feld-zug von 1809 bitteren Mangel an Kriegsmaterial hinterlassenhatte. Das böhmische Observationskorps wurde bis zum Ende desWaffenstillstandes immerhin auf ein Heer von 127 000 Mann ge-bracht. An der Enns und Traun marschierten 30000 Mann auf,36 500 bildeten eine Armee im Innern, und 27 500 standen inPrag, Königgrätz und Josephstadt. Die Bildung einer Reserve-armee bei Wien und Preßburg wurde in Angriff genommen.
Hierzu kamen noch 27 000 Schweden , ferner 9000 Manndeutsch -englischer Streitkräfte und 6000 Mecklenburger.
Rechnet man auch nur die in vorderer Linie auftretenden