Tauentziens Notlage, Bülows Erscheinen
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Brigade zum Angriff auf die Höhe östlich des Dorfes vor, die heutevon einem Denkmal gekrönt wird, und auf der Bertrands linker Flügelstand. Der Angriff aber mißlang. Noch einmal war es den Gegnernmöglich abzumarschieren, aber auch dieser Augenblick verstrich. AlsBülow stärkere Kräfte zur Stelle hatte, sie zu beiden Seiten desAhebaches entwickelte und den Angriff nach gehöriger Einleitungwiederholte, wurden die Franzosen geworfen. Bertrand wich ineine neue Front zwischen dem Kiefernwäldchen nördlich Dennewitzund der Windmühlenhöhe bei diesem Dorfe zurück. Auch hier jedochvermochte er sich nicht dauernd zu behaupten. Auf seinem rechtenFlügel bei dem Wäldchen umfaßt, mußte er den Rückzug aufRohrbeck antreten. Württembergische Bataillone, von Bertraudselbst vorgeführt, fanden einen ruhmvollen Untergang.
Schon war Bertrand geschlagen, als, um 2 Uhr nach-mittags, Reynier bei Dennewitz und Göhlsdorf erschien. Erwandte sich gegen die südlich des Ahebaches vorgehenden TruppenBülows. Sein Eingreifen wurde freilich durch die ihm entgegen-kommenden geworfenen Truppen und davoneilende Fuhrparks auf-gehalten. Dennoch gelang es ihm nach lebhaftem Kampfe, sichGöhlsdorfs zu bemächtigen und dort für das hinter den Ahebachzurückgewichene Korps Bertrand einen starken Flankenschutz zu bilden.Drüben aber setzte Boyen, der auf den rechten Flügel entsandteGeneralstabschef Bülows, die letzten zur Stelle befindlichen Reservenein und eroberte Göhlsdorf unter heißem Kampfe zurück. Zugleichkam südlich des Orts die bis dahin noch vor Wittenberg zurück-gelassene starke Brigade Borstell heran. Auch eine schwedischeBatterie erschien bereits auf dem Kampfplatze. Reyniers Lagewurde gefährlich. Er ritt dem sich nunmehr nähernden Marschall Oudinot entgegen, bewog ihn, vom Wege nach Oehna abzubiegenund den bedrohten linken Flügel bei Göhlsdorf zu unterstützen.Dieses wurde von den Franzosen noch einmal genommen. WennOudinot jetzt mit seinem noch frischen Korps links einschwenkte,hätte er die preußischen Truppen südlich der Ahe aufrollen können;denn der Kronprinz von Schweden war noch zu weit entfernt, umHilfe zu leisten. Die Schlacht wäre für die Preußen verloren gewesen.
Eine sonderbare Wendung verhütete dies. Ney befand sichnoch beim Korps Bertrand, sah dessen üble Lage und sandte anOudinot den Befehl, dieses Korps zu unterstützen und zu ver-hindern, daß es rechts umfaßt werde. Auf beiden Flügeln war