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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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341
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Beiderseitige Vorbereitungen am 15. Oktober 341

Leipzig selbst blieb noch besonders von IS000 Mann mit26 Geschützen unter Arrighi besetzt.

Nordwestlich Leipzig bei Breitenfeld und Lindenthal nahmendas 4. Korps Bertrand und das 6. Marmont Stellung, bei ihnenauf dem rechten Flügel das 2. Kavalleriekorps. Dahinter standdas 3. Korps, Souham, dem freilich noch eine seiner Divisionenfehlte, das 1. Kavalleriekorps und eine Division des 3. Im ganzenwaren hier nur noch 53000 Mann mit 214 Geschützen versammelt,um der schlesischen und der Nordarmee Widerstand zu leisten,wenn sie im Rücken des Hauptheeres erscheinen sollten. NordöstlichDresdens bei Taucha stand, bereit in die eine oder die andereFront gezogen zu werden, das 11. Korps Macdonald, noch 20 500Mann mit 68 Geschützen. Das 7. Korps Reynier, die noch fehlendeDivision des 3., die Division Dombrowski und eine Division des3. Kavalleriekorps waren erst von Düben her im Anmärsche. Aufdiese 24000 Mann mit 56 Geschützen vermochte Napoleon fürden 16. Oktober nicht zu rechnen. Zählt man sie mit, so verfügteer für die nun kommende Entscheidung über das Schicksal seinerHerrschaft in Deutschland und seiner Weltmachtstellung noch über209 000 Mann mit 731 Geschützen, d. h. über mehr, als er selbstbeim Aufbruch nach Leipzig gerechnet hatte.

Die Verbündeten marschierten am gleichen Tage südlich, west-lich und nordwestlich um des Kaisers eng versammelte Machtherum auf. Es nahte die Schlacht mit verkehrter Front, die nachmenschlicher Berechnung meist nur mit der Vernichtung des einender beiden kämpfenden Heere enden kann.

Fürst Schwarzenbergs Absicht war es noch in den Tagen vorLeipzig gewesen, ganz im Stile der Zeit und der gelehrten Stra-tegie, deren Ohnmacht Napoleons tatkräftiges praktisches Genieauf so vielen Schlachtfeldern bewiesen hatte, den Erfolg durch eingeschicktes Manöver zu erringen. Er wollte die böhmische Armeeim Vorgehen mehr und mehr nach links schieben, der schlesischendie Hand reichen, dem französischen Kaiser die Verbindung mitseinen Stammlanden rauben und ihn so zwingen, die hartnäckigverteidigten Lande an der Elbe zu verlassen. Erst Murats Widerstandbei Liebertwolkwitz überzeugte ihn, daß dies Ziel nicht ohne ernstenKampf zu erreichen sein würde. Nun entschloß auch er sich zum Angriff.

Die einleitenden Bewegungen füllten den 15. Oktober aus.Die böhmische Armee bildete dabei drei Gruppen: