Druckschrift 
1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
Seite
358
Einzelbild herunterladen
 

358

I V. Die Befreiungskriege

festzuhalten und Entsendungen nach anderen Teilen des Schlacht-feldes zu verhindern.

Denkwürdig wird der Kampf um Probstheida immer bleibendurch die Hartnäckigkeit und Bravour der Truppen, die um denBesitz des Ortes stritten.

Die rechte Flügelkolonne hatte mittlerweile ihre große Um-fassungsbewegung ausgeführt, aber den Feind, den sie umklammernwollte, gleichfalls nicht mehr vorgefunden. Alsbald ging sie weitergegen die neuen rückwärtigen Stellungen der Franzosen vor. Holtz-hausen und Zuckelhausen, später auch Zweinaundorf, wurden leichtgenommen. An Stötteritz aber brach sich der Angriff. Die leichteDivision Bubna holte weiter nördlich aus und trat bei Paunsdorfin den Kampf.

Neys Heeresabteilung stand bis dahin noch unberührt nord-östlich Leipzig . Bernadottes Anmarsch verzögerte sich außerordent-lich. Er hatte den Umweg über Taucha gewählt; Marschstockungenhielten ihn noch mehr auf. Ungeduldig ließ Blücher, der vom Gyps-berge bei Mockau aus die Bewegungen der Heere beobachten konnteund die Schlacht sich entwickeln sah, das Korps Langeron zunächstallein durch die Partha gehen. Um 11 Uhr stand es bei Abtnaun-dvrf bereit. Erst gegen 2 Uhr kam aber zu seiner Linken die Nord-armee heran. Jetzt schritt es zum Angriff. Vor ihm hielten dieFranzosen Schönefeld stark besetzt. Der Kampf um das Dorf dauerteunentschieden fort, bis auch die Nordarmee eingriff und sich gegenSchönefeld und Paunsdorf wandte. Auf dem linken Flügel be-fand sich Bülows Korps, das Paunsdorf stürmte. Der größereTeil der dort stehenden sächsischen Division vom 7. französischenKorps, freilich nur noch 3000 Mann und 19 Geschütze stark, tratauf die Seite des Siegers über und wurde mit lautem Jubelempfangen. Die Verbindung mit Bubna war aufgenommen, derKreis um die Franzosen hatte sich bis auf den einen engen Aus-weg bei Lindenau geschloffen. Von der Partha bis zur Pleiße bildeten die Verbündeten eine zusammenhängende Schlachtlinie.Napoleons Lage begann verzweifelt zu werden. Ein großer Ka-vallerieangriff gegen die Nordarmee, an den er dachte, unterbliebzuletzt. Um 6 Uhr abends fiel Schönefeld , Bülow stürmte Seller-hausen und Stüntz.

Nördlich von Leipzig nahm Blücher das Vorwerk Pfaffendorfund drang gegen die Stadt vor, erreichte sie aber nicht, da der