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IV. Die Befreiungskriege
Davout hatte am 16. September während des Gefechts ander Göhrde bei Lanenburg erkundet, sonst aber nichts gegen Wall-modens geringe, am rechten Ufer verbliebenen Streitkräfte unter-nommen. Er blieb in seiner Stellung vor Ratzeburg stehen, Wall-moden kehrte nach Dömitz zurück. Beide Gegner beschränkten sichweiterhin auf die Beobachtung, und der kleine Krieg dauerte fort.Auch die Nachricht über den Ausgang der Völkerschlacht von Leipzig änderte hieran nichts. Davout hatte seines Kaisers bestimmtenBefehl, Hamburg unter allen Umständen zu halten. Er blieb undfuhr mit der Verstärkung der Befestigungen fort. Seit dem18. August besaß er keine unmittelbare Nachricht mehr von dergroßen Armee. Als er am 11. November den Befehl des Kaisersaus Mainz erhielt, nach Holland abzuziehen, war es dazu schonzu spät. Er verließ nur sein verschanztes Lager und ging hinterdie Stecknitz zurück. Wallmoden folgte langsam bis an diesen Fluß,fühlte sich aber zu schwach, um anzugreifen. So dauerten die Dingefort, bis der Kronprinz von Schweden mit stärkeren Kräften inMecklenburg eintraf.
Die Verbündeten bis zum Jahresschluß von ^3^3
Abermals auf schwierigen Wegen, bei schlechtem Wetter undstarken Marschverlusten kam Blücher am 4. November mit derschlesischen Armee bei Gießen und Wetzlar an. Dort ruhte erdrei Tage. Alle Truppen waren stark zusammengeschmolzen. Vordem Korps St. Priest, das über Kassel ausholte, war KönigJerSme endgültig aus seiner Hauptstadt entwichen. Das König-reich Westfalen und das Großherzogtum Berg lösten sich still-schweigend auf.
Die Hauptarmee hielt unter unermeßlichem Jubel der Bevölke-rung am 5. und 6. November ihren Einzug in die alte Krönungs-stadt Frankfurt . Dort kamen in den nächsten Tagen Bündnis-verträge mit den Rheinbundfürsten zum Abschlüsse, die endlichFrankreichs Sache verließen. Sachsen, das Großherzogtum Frank-furt und die Besitzungen der durch ihre undeutsche Haltung besondersbloßgestellten Fürsten von Jsenburg wurden einem Zentralverwal-tungsdepartement unterstellt, an dessen Spitze der Reichsfreiherrvom Stein trat. Sie sollten später als Ausgleichsobjekte dienen.Die übrigen Fürsten der befreiten Länder kehrten in ihre Haupt-städte zurück.