Verteilung der Heere auf dem Kriegsschauplatze 371
Dänemark im Herzen, das er zur Abtretung Norwegens zu zwingengedachte. Kaiser Alexander aber wollte die Nordarmee gegenHolland und Frankreich verwenden. Eine Teilung war die Folge.Bülow wurde nach dem Nordwesten Deutschlands entsendet undging bis an den unteren Rhein vor. Wintzingerodes Korps, durchdie von der polnischen Armee abgegebenen Truppen verstärkt, mar-schierte nach Nordwesten, Bernadotte mit seinen Schweden und7000 Russen an die untere Elbe zwischen Lüneburg und der Nord-see . Tauentzien erhielt eine gesonderte Bestimmung gegen dieFestungen, die noch in französischer Hand waren.
Als Kaiser Alexander endlich die Absichten des schwedischenKronprinzen gut hieß, überschritt dieser bei Boizenburg die Elbe undvereinigte sich an der Stecknitz mit Wallmoden . Vor seinen 45 000Mann mit 153 Geschützen räumte Davout die Stecknitz-Stellungund ging auf Hamburg zurück. Dorthin ließ der Kronprinz denGeneral Woronzow mit einem russischen Korps folgen und wendetesich selbst gegen die unter dem Prinzen Friedrich von Hessen beiOldesloe stehenden Dänen. Lübeck wurde am 5. Dezember besetzt,und Bernadotte hielt seinen feierlichen Einzug in die alte Hansa-stadt. Dann ging es weiter in der Richtung auf Kiel . DieDänen bahnten sich zwar am 10. Dezember durch ein glücklichesGefecht gegen Wallmoden bei Sehestedt den Weg nach dem festenRendsburg , gerieten aber hier, von den Gegnern umringt, bald ineine bedenkliche Lage. Mit einer bisher an ihm vermißten Energiebereitete der Kronprinz die weitere Eroberung Dänemarks vor,und dieses entschloß sich, völlig verlassen, zu dem verlustreichenFrieden von Kiel, durch den Norwegen an Schweden fiel. Nnnblieb Bennigsen vor Hamburg zurück; Wallmoden ging nach Han-nover , Bernadotte aber bereitete sich, dem Drängen der Verbündetenfolgend, zu einem Zuge an den Rhein und gegen Holland vor.
Dieses war inzwischen von Bülow angegriffen und ebensoleicht erobert worden wie Holstein von Bernadotte. Die verwegenvoraufstreifenden Kasaken waren am 24. November bereits inAmsterdam eingezogen; das Volk hatte sich erhoben und den inEngland weilenden Prinzen von Oranien zur Rückkehr aufgefordert.Überall herrschte Gärung. Der mit etwa 14 000 Mann im Landestehende französische General Molitor, der zahlreiche seste Plätze zusichern hatte und nur etwa 5000 Mann zu freier Verfügung beiUtrecht übrig behielt, vermochte das Land nicht niederzuhalten.
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