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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Abmarsch auf Laon und Aufstellung daselbst

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Mann etwa dieselbe Zahl, nämlich S400. Sie hatten nicht wenigerals 8 verwundete Generale, unter ihnen auch Victor.

Lebhafte Nachhutgefechte füllten den 8. März aus. Soissons wurde fchon in der Frühe von den Franzosen besetzt. Des KaisersLage gestaltete sich damit erheblich günstiger. Kühne Hoffnungenstiegen in seinem Herzen auf, und Caulaincourts maßvolle Vor-schläge für die Friedensverhandlungen erfuhren seinerseits eineziemlich rauhe Abweisung.

Blücher benutzte den 8. März, um seine Armee bei Laon zuordnen. Es war die stärkste, die er bisher jemals befehligt hatte,denn sie zählte rund 100 000 Mann, darunter 25 000 Reiter, und600 Geschütze. Seine Seele war voll großer Hoffnungen. Er hieltden Tag der endgültigen Abrechnung mit dem Feinde und derWiedervergeltung für alles von dem großen Korsen Deutschlandund Preußen angetane Leid für gekommen. Des Kaisers Truppenschätzte er nach den ihm zugegangenen Nachrichten auf 6070 000Mann, aber die Möglichkeit lag vor, daß bei den Franzosen inden letzten Tagen noch Verstärkungen eingetroffen seien oder währenddes nun kommenden Entscheidungskampfes eintreffen könnten. Dasgebot Vorsicht, und die Erinnerung an die unglücklichen Februar-tage warnte, den Gegner zu unterschätzen. So entschlossen sichdenn der Feldmarschall und Gneisenau in Übereinstimmung, denKaiser erst herankommen zu lassen und ihn abzuwehren, ehe sieselbst nach Erkennung seiner wirklichen Stärke zum Gegenangriffübergingen. Bülow sollte die auf hohem Felsen gelegene und vonMauern umgebene Stadt, sowie die am Fuße liegenden Vororteverteidigen. Sein Korps bildete die starke Mitte und den haupt-sächlichsten Stützpunkt der Schlachtlinie. Zu seiner Rechten, nachClacy hin, stellte sich Wintzingerode, der an Woronzows Statt seinKorps wieder übernommen hatte, auf. Die für Craonne vereinigteKavalleriemasse war aufgelöst worden. Hinter Laon an der Chausseenach Crepy standen Sacken und Langeron auf engem Raume ver-sammelt; zur Linken nordöstlich Laon die Korps Kleist und Jorck,deren Reiterei rückwärts an der Chaussee nach Chambry. So wardie gesamte Heeresmasse in schwer erkennbarer Stellung eng ver-eint, bereit, sich zu beiden Seiten der festen Stadt schnell zumVorgehen zu entwickeln, wenn der rechte Augenblick dazu gekommensein würde. Im Hauptquartier versprach man sich davon dengrößten Erfolg. Leider machten sich in dieser wichtigen Stunde