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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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IV. Die Befreiungskriege

hatte dort mit seiner Umgebung, ähnlich wie es etwa gleichzeitigim großen Hauptquartier geschah, die wichtige Frage erwogen, obweiter nach Osten hinter Napoleon her oder auf Paris zu mar-schieren sei. Auch hier siegte schnell die Meinung für Paris .Dann kamen Schwarzenbergs damit übereinstimmende Befehle underregten die größte Freude. Die beiden Hauptquartiere befandensich also in erfreulichem Einklang der Meinungen, und der end-liche entscheidende Sieg war niemand mehr zweifelhaft. Von Un-geduld getrieben verließ Blücher, noch immer schwer augenleidendund im Wagen fahrend, am 25. zu sehr zeitiger Stunde CHZ-lons.Er wähnte die Kavallerie schon vor sich und schlug die Straßenach Etoges ein, fand aber bald, daß er völlig ohne Bedeckung sei.In der Gegend von Bergeres wurde er auf die südlich davon nachOsten hin vorüberziehende Kolonne Pacthods aufmerksam gemacht.Anfangs war es zweifelhaft, ob Freund oder Feind darin zu suchenwäre. Doch stellte sich bald heraus, daß man Franzosen vor sich habe.Zunächst war freilich im Augenblick nichts zu tun. Als aber dieeigene Kavallerie herankam, befahl ihr der Feldmarschall, unwillig überdas verspätete Eintreffen, um so energischer den Angriff. Gneisenauübernahm dessen Leitung, und alle erreichbare Reiterei der schlesischenArmee beteiligte sich daran. Auch die Monarchen trafen auf demGefechtsfelde ein. Vergeblich suchte Pacthod sich in westlicherRichtung zu retten. In dem sumpfigen Gelände am Petit Morinerlag er den ungestümen Anfällen seiner Gegner, die der Jagdeiferergriffen hatte. Die ganze Kolonne wurde gesprengt und bis aufgeringe Teile vernichtet. Außer dem Park fielen zahlreiche Ge-fangene und 16 Geschütze in die Gewalt der Verbündeten.

So war in den Kämpfen dieses Tages, die mit dem Gesamt-namen des Gefechts von Fere Champenoife bezeichnet werden,unter geringem Verlust ein großes Ergebnis erzielt, dem Kaiseraber gerade im Hinblick auf die kommenden Tage ein unersetzlicherSchaden zugefügt worden. Die ganze Gefechtsführung der Ver-bündeten hatte von neuem bewiesen, daß entschlossenes Handeln imKriege stets die besten Keime des Erfolges in sich trägt.

Am 26. März wurde der allgemeine Vormarsch zur Haupt-stadt fortgesetzt. Im Rücken der eilig abziehenden Franzosen kamenJorck und Kleist von ClMeau-Thierry heran. Dorck, der vornmarschierte, war leider über das Vorgefallene noch nicht unterrichtet.Er hätte ihnen bei La Ferte Gaucher den Marsch nach der Haupt-