Gefecht von Fere Champenoise
447
stadt verlegen, sie angreifen, festhalten und der Vernichtung durchdie nachfolgende Hauptarmee zuführen können. Aber er täuschtesich über ihre Lage und Stärke. Im Augenblick nur über wenigTruppen verfügend, ließ er Marmont und Mortier den Weg nachParis offen, wenn sich beide auch zum Ausbiegen in südlicherRichtung über Provins gezwungen sahen. Die Verbündeten be-zahlten das hier vorgefallene Versehen durch den heftigen und ver-lustreichen Kampf vor Paris , der vermieden worden wäre, wenndie Marschälle nicht dorthin gelangten. Sie kamen noch vor denAngreifern rechtzeitig an, um sich, neu verstärkt, zum Schutze derHauptstadt in vorteilhaften Stellungen festsetzen zu können.
Blücher passierte an diesem Tage die erinnerungsvollen Schlacht-felder der denkwürdigen Februartage, und eigentümliche Empfin-dungen mögen ihn in der Rückerinnerung beherrscht haben. Sonahe glaubte er sich damals dem ersehnten Ziele und war ihm dochnoch so fern gewesen, daß fast sechs Wochen ununterbrochenerMärsche und Kämpfe hatten dahingehen müssen, ehe er wieder andieselbe Stelle gelangte.
Die Ereignisse auf den Nebenkriegsschauplätzen(S. Skizze 52)
Ehe wir zum Schluß des großen Dramas schreiten, ist esnotwendig, einen Blick auf die Vorgänge zu werfen, die sich aufden Nebenkriegsschauplätzen inzwischen abgesponnen hatten. Un-willkürlich wird die Frage laut, ob von dorther für den verzweifeltringenden Kaiser keine Hilfe mehr zu erwarten war. Daß er einenFehler begangen, Italien nicht sogleich im Beginn des Feldzugesbis auf schwache Besatzungen aufzugeben und alle seine Streitkräftevon dort heranzuziehen, ist schon gesagt worden. Aus Spanien hatte er abgerufen, was irgend verfügbar wurde.
Wir wenden uns zunächst nach dem südöstlichen Kriegs-schauplatze, zum Marschall Augereau, der den Auftrag gehabthatte, eine Division zur Deckung von Lyon zu bilden und späterGenf wiederzunehmen. Dieses war Ende Dezember 1813, währenddes allgemeinen Vormarsches der Verbündeten, durch Bubna mitseiner österreichischen leichten Division besetzt worden, währendandere österreichische Abteilungen das Saonetal sicherten. Balddachte der Kaiser daran, die Division zu einer Armee von Lyon