Der Feldzug in Italien
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durch das Land nach Norden vorzurücken, wo er Bologna undFlorenz besetzte. Sein Vorgehen trug ihm die harte Kritik Napoleons ein, daß er ein Narr wäre, um den man sich am besten gar nichtkümmere. Am 3. Februar brachte er dann auch noch eine Eini-gung mit Lord Bentink zustande. (Vgl. Skizze 42.)
Murats Vorgehen veranlaßte den Vizekönig Eugen, am3. Februar von der Etsch abzuziehen und hinter den Mincio zu-rückzugehen. Die Österreicher folgten ihm. Da aber der Vizekönigeine geheime Nachricht von Murat erhielt, daß dieser ihn ohne einevorherige Ankündigung nicht angreifen würde, so machte er mitseinem Heere am Mincio wieder Front. Die Folge davon war dieSchlacht am Mincio vom 8. Februar. Die Österreicher über-schritten den Fluß in der Mitte seines kurzen Laufes bei Borghetto,während sie gleichzeitig Truppen zur Einschließung von Peschieraund Mantua nach rechts und links hinausschoben. Der Vizekönigantwortete mit einem Offensivstoße von Mantua aus und drängteunter lebhaften Kämpfen die ihm entgegenkommenden österreichischenAbteilungen zurück, während die österreichischen Hauptkräfte amrechten Mincioufer gegen die ihnen dort an Zahl unterlegenenFranzosen und Italiener im Vorteil blieben. Der auf der ganzenLinie entbrennende und ziemlich ernste Kampf blieb schließlich un-entschieden. Die Österreicher hatten einen Verlust von 1 General,126 Offizieren und über 3000 Toten und Verwundeten, büßtenauch 1200 Vermißte ein, während die Franzosen und Italienerihren Verlust nur auf 2S00 Mann angeben.
Nach der Schlacht räumten die Österreicher wiederum dasrechte Ufer bis auf Borghetto und die Italiener das linke. Ver-geblich suchte dann der Vizekönig Borghetto zu nehmen, vonwo aus ihm fortgesetzt der Durchbruch durch seine Stellung drohte.Hierüber verging der Februar ohne Entscheidung. Bellegarde führtenur kleinere Unternehmungen nördlich in den Alpenpässen aus, umsie sich zur Verbindung mit der Hauptarmee zu eröffnen, und ließauch südlich des Po seine Truppen vorgehen. Er gedachte, durchdie Bedrohung von Piacenza seine Gegner zum Rückzüge vomMincio zu bestimmen, erreichte aber sein Ziel nicht. Der Vizekönigblieb stehen, obwohl er Befehle des Kaisers erhielt, alle französischenTruppen nach Frankreich und zwar in der Richtung auf Lyonzurückzusenden und nur die Italiener auf italienischem Boden zubelassen. Wohl wissend, daß beim Umschwung der kriegerischen
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