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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Wegnahme des Montmartre. Einzug der Monarchen

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bewilligte freie Abzug stattfinden sollte. Erst in der Nacht kameine Konvention endgültig zustande, und um 7 Uhr früh räumtenMarmont und Mortier Paris, um in der Richtung auf Fontaine,bleau ihrem Kaiser entgegen zu marschieren. Zwei Stunden da-nach sollten die Feindseligkeiten wieder beginnen. Am Vormittagedes 31. März hielten König Friedrich Wilhelm HI. und KaiserAlexander ihren feierlichen Einzug in die besiegte Hauptstadt undgaben nachmittags um 3 Uhr die bestimmte Erklärung ab, mitNapoleon nicht mehr verhandeln zu wollen.

Die Verluste waren bedeutend gewesen. Sie betrugen bei denVerbündeten 8100 Mann, bei den Franzosen über 9000. An1000 Gefangene, 3 Fahnen und 126 Geschütze war in die Gewaltder Sieger gefallen.

Napoleons Umkehr nach Paris

Am 28. März früh trat Napoleon den Rückmarsch zur Haupt-stadt in vier Kolonnen an. Gleichzeitig beförderte er den öster-reichischen Gesandten aus London , Baron Wessenberg, der auf derReise von aufständischen Bauern zum Gefangenen gemacht wordenwar, mit einem vertraulichen Schreiben an Kaiser Franz . Eskam jedoch viel zu spät an sein Ziel und hätte auch ohnedieswohl überhaupt keinen Einfluß mehr üben können. Unwillkürlichdenkt man bei diesem Schritte Napoleons an den Ertrinkenden,der nach einem Strohhalme greift. Am Abend erhielt er inDoulevant Nachrichten aus Paris über die Tätigkeit seiner Gegnerund Mahnungen seiner Freunde zur sofortigen Rückkehr. DieTruppen erreichten indes trotz aller Anstrengung die ihnen vor-geschriebenen Ziele nicht, da sie die Gewaltmärsche, welche ihnenauferlegt wurden, nicht mehr zu leisten vermochten. Am 29. Märzwurde die Bewegung fortgesetzt. Bis zum 30. abends gelangtedie Garde freilich nach Villeneuve-l'ArchevZque, aber das Ende derArmee stand noch bis Vendeuvre zurück. Napoleons Hauptquartierwar Troyes , wo er trotz der Nichterfüllung seiner Erwartungenneue Befehle zur Beschleunigung des Marsches gab, dann abermit kleinem Gefolge die Stadt verließ, um vorauszueilen. InVilleneuve-lÄrchevsaue ließ er auch dies Gefolge zurück und setztedie Reise im Postwagen fort ein Feldherr ohne Armee. Unter-wegs traf ihn dann die Nachricht von der Abreise der Kaiserinund dem Angriff auf Paris . Abends um 11 kam er beim Post-