Druckschrift 
1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
Entstehung
Seite
470
Einzelbild herunterladen
 

470

IV. Die Befreiungskriege

Hause La Cour-de-France an, fand den bestellten Wagen dortnicht vor und setzte, nur noch von Berthier, Caulaincourt undFlahault begleitet, den Weg zu Fuß nach Athis fort. Schon aberkamen ihm aus Paris abziehende Truppen entgegen. Er hörtevon den dort gepflogenen Verhandlungen und ließ sich bewegen,nach La Cour-de-France zurückzukehren. Flahault mußte nachParis eilen, um den Befehl zum Abbruch der Verhandlungenzu überbringen. Allein um 4 Uhr früh des 31. März erhielt erdie Meldung über den Abschluß der Konvention und den bevor-stehenden Einzug der Verbündeten.

Marmont und Mortier gingen an diesem Tage mit demRest der Truppen hinter die untere Essonne zurück, während dieArmee heute und am 1. April die Gegend zwischen Fontainebleau und Sens erreichte. Teile waren noch bis Troyes zurück. DerKaiser dachte daran, sich mit den jetzt vereinigten Kräften aufOrleans und die Loire zu stützen. Noch verfügte er über etwa60 000 Mann, und wenn auch der Feind mehr als doppelt sostark vor ihm stand, so konnte er doch auf die Bewegung in denProvinzen, ja vielleicht gar einen Aufstand in dem wetterwendischenParis zu seiner Unterstützung rechnen. Am 1. April gab er Be-fehle für die Neuordnung seines Heeres.

Inzwischen hatte auch Schwarzenberg die Bereitstellung derverbündeten Armeen südlich Paris zwischen Longjumeau und Juvisy angeordnet. Am 3. April wurde Melun genommen. Wintzinge-rode war Napoleons Abmarsch langsam bis Sens gefolgt.

Unter Talleyrands Vorsitz hatte sich inzwischen in Paris dieprovisorische Regierung gebildet, am 2. April die Absetzung desKaisers ausgesprochen und versucht, die Marschälle zum Abfallzu bewegen. Marmont gab zuerst das häßliche Beispiel einessolchen und überlieferte seine tapferen Truppen den Verbündeten;an Macdonald wurde auf Talleyrands Veranlaffung geschrieben.Zwar besichtigte der Kaiser am 3. noch einmal seine Garde undrichtete eine feurige Ansprache an sie, die auch ihren Eindrucknicht verfehlte. Aber Marschälle und Generale waren des Kriegesmüde, und am 4. früh erschien Macdonald in Gesellschaft mehrereranderer Märschälle vor dem Kaiser, um ihn zur Abdankung zu-gunsten seines Sohnes unter der Regentschaft der Kaiserin sowiezum Verlassen Frankreichs zu bewegen. Der Gewaltige fügte sich,da auch eine letzte Sendung Caulaincourts an Kaiser Alexander