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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Gegenmaßregeln der Verbündeten

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Wir kehren jetzt zu den Verbündelen zurück. Sie hatten am 13.die ersten Nachrichten von den Versammlungsmärschen der Franzosen erhalten. Am 14. Juni nahmen diese Nachrichten bestimmtere Forman. Es wurde bekannt, daß Napoleon Paris verlassen hätte, undBlücher traf am Nachmittage noch seine ersten Anordnungen fürdie Versammlung der Armee. Zielen, der bei Charleroi stand,sollte sich, wenn er am 15. angegriffen würde, von dort auf Fleuruszurückziehen, was, wie wir wissen, nun bereits geschehen war. DasKorps Pirch erhielt Befehl, von Namur aus nach Le Mazy heran-zurücken, das Korps Thielmann von Ciney bis Namur, Bülowvon Lüttich nach Hannut und von dort spätestens am 16. frühnach Gembloux . So hoffte der Fürst im Laufe des 16. sein ganzesHeer in der Gegend von Sombreffe versammeln zu können, wennauch Bülow erst abends nach anstrengendem Marsche dort einträfe.Daß Sombreffe, von dem der Feind schon am Abend zuvor nurnoch um einen kleinen Marsch entfernt stand, ein gefährlich ge-wählter Sammelplatz war, ist uns bekannt, und dies blieb auch dempreußischen Hauptquartier nicht verborgen. Die Wahl aber ent-sprach der Vereinbarung mit Wellington, und an diese wollte mansich halten. Zieten stand am Abend des 15. mit seinen Haupt-kräften bei Fleurus und erhielt in der Nacht die Genehmigung,am frühen Morgen hinter den Lignybach zurückzuweichen. AuchPirch und Thielmann führten die befohlenen Bewegungen aus;Bülow allein blieb bei Lüttich stehen, denn er hatte den ihm zu-gedachten Befehl zu spät erhalten, um noch am 15. zu marschieren.

Wellington befahl erst am 15. Juni mittags, als er die Nach-richt von Napoleons Angriff auf Zieten bei Charleroi erhielt, denAufbruch seiner Truppen zur Vereinigung. Zunächst wollte erdiese nach Mons, zwei Tagemärsche westlich von Charleroi verlegen.Dann aber erkannte er, wie bedenklich das bei dem schnellen Vor-dringen Napoleons werden könne und wählte statt dessen Nivelles .Doch geschah nichts Besonderes, um Quatre-Bras, dessen Besitzfür die Verbindung mit Blücher so wichtig war, festzuhalten. DieFranzosen würden bei einer Beschleunigung ihrer Bewegungen dortnur ganz schwache Abteilungen gefunden haben. Glücklicherweisebesetzte eine seiner Brigaden unter dem Prinzen von Weimar ,4000 Mann stark, aus eigenem Antriebe den Ort und hielt ihnauch am Abend fest, obwohl Ney mit bedrohlicher Übermacht dortherangerückt war.