Druckschrift 
England und Deutschland / G. von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

die britischeKrämerpolitik" verachten, der Brite hat in-zwischen die Welt eingeheimst. Nach fast zweihundert-jährigem Kampfe gegen Frankreich ist England nichtohne Hilfe deutscher Waffen, die es besoldete im neun-zehnten Jahrhundert zur Weltherrschast emporgestiegen.Seit den Napoleonischen Kriegen war England allen Mit-bewerbern auf politischem wie wirtschaftlichem Gebiete un-erreichbar voran. Mit der Leeherrschast besaß es dasMonopol der Kolonien, an welchen die andern Nationennur so weit Anteil hatten, als es der britischen Vormachtgefiel. In den meisten überseeischen Zonen vertrat derBrite den Europäer überhaupt. Großbritanniens Welt-herrschaft war der längst begrabenen Größe des altenRom vergleichbar.

Kls England l 846 zum Freihandel überging, wardie Welt britisches Wirtschaftsgebiet. England nannte sichmit Stolzdie Werkstatt der Welt". Es hoffte, daß dieübrigen Nationen zum Freihandel übergehen und fort-fahren würden, Nohstoffe und Nahrungsmittel gegenenglische Gewerbeerzeugnisse auszutauschen. Der Größe desdamaligen England war der Globus gerade groß genug.Nur der versteht die bedeutenden Manchesterleute Englands der den Freihandel als Mittel der britischen Weltherr-schaft ersaßt: Beherrschung der Welt durch den Handlungs-reisenden und den preiskourant. Damals durste der BriteKosmopolit sein, weil britisches Interesse und Menschheits-interesse für ihn zusammensielen. Insbesondere zeigte sichdiese VerKoppelung idealer Menschheitsinteressen und höchstrealer britischer Wirtschaftsinteressen bei der Loslösung derspanischen und portugiesischen Kolonialgebiete von ihrenMutterländern.Spanisch Kmerika frei und, wenn wirunsere Sache nicht sehr schlecht führen, englisch ." MitNecht konnte Grillparzer solcher Freiheitsfreundlichkeit dieWorte zurufen: