seiner Krisis von den Mitteln des Zollschutzes nicht be-rührt wurde. Finders die Industriezölle.
Zwar hat die deutsche Industrie die Gunst der inner-politischen Lage seit l878 weniger ausgenutzt als dieAgrarier. Der Zolltarif von 1879 war im vergleich mitden Nachbarstaaten kein übermäßig protektionistischer.Trotzdem haben die Industriezölle jene Entwicklung zwarnicht bewirkt, wohl aber beschleunigt, welche den Charakterdes westlichen Deutschland dauernd umgestaltete. InBismarcks nationaler Wirtschaftspolitik wurzelten dieKartelle der schweren Industrie — großkapitalistische Zu-sammenballungen, welche sich Englands individuellemKapitalismus zuerst ebenbürtig zur Leite stellten, um so-dann amerikanischen Dimensionen entgegenzuwachsen. Zeitjenen Tagen verschob sich Deutschlands volkswirtschaftlicherSchwerpunkt auf Industrie, Handel, Schiffahrt und Bank-wesen. Seitdem stauen sich die früher auswandernden Be-völkerungsüberschüsse in Rheinland, Westfalen und dennorddeutschen Großstädten, in dem ganzen mittleren undwestlichen Deutschland . Zu Beginn des zwanzigsten Iahr-hunderts ist die industrielle vurchtränkung desganzen westelbischen Deutschland für unsernationales Dasein die wichtigste Tatsache geworden.
Kuch die Landwirtschaft hat an dieser Industrialisierung,nicht zu ihrem Schaden, teilgenommen. Noch I. v. Liebigklagte, daß England die Knochensubstanz des Kontinentsals Dungstosf ausführe. „Großbritannien raubt allenLändern die Bedingungen ihrer Fruchtbarkeit, es hat dieSchlachtfelder von Leipzig, lVaterloo und der Krim bereitsnach Knochen umgewühlt, die in den Katakomben Siziliens angehäuften Gebeine vieler Generationen verbraucht undzerstört jährlich noch die Wiederkehr einer künstigen Gene-ration von 3Vs Millionen Menschen - einem Vampyr gleichhängt es an dem Nacken Europas." heute steht Deutsch -