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reichtum sind sie bereits im Besitze alles dessen, was zurVollkommenheit dieser Industrie gehört? wie ein Koloßragen sie unter dem Hausen derer hervor, die es mitihnen aufzunehmen wagen und lächeln ihrer Ohnmacht.Es scheint auch fast für immer vergebens zu sein, vorzüg-lich für die armen Deutschen , denen es zwar nicht amIvillen, aber desto mehr an Kraft gebricht, gegen eineNation anstreben zu wollen, die so große, entscheidendeHandelsvorteile in dieser Manufaktur auf ihrer Leite hat,wodurch sie imstande ist, den niedrigsten Preis zu halten."Durch die Briten wurde die Indigokultur aus lvestindiennach ihrer ostindischen Heimat zurückgeführt und dort voneuropäischen Pflanzern im kapitalistischen Großbetrieb, da-neben aber auch von der einheimischen Bauernwirtschast,übernommen. 5ie wurde zu einem wichtigen Mittel dergeldwirtschaftlichen Umformung der indischen Rohstoff-produktion überhaupt. Das Gesamterzeugnis an Indigowurde zu Beginn der neunziger Iahre auf 8V—l<Z0Millionen Mark geschätzt. Produktion wie Handel warenfast ausschließlich in britischen Händen.
Inzwischen war in den fünfziger und sechziger Iahrendurch Hosmann die Teerfarbenindustrie — zunächst ausbritischem Boden — in das Leben gerufen worden. Mithofmann kehrte diese Industrie nach Deutschland zurück,dessen wissenschaftliche Luft ihr besser behagte. Aber nochblieb England (daneben Frankreich ), als Land der Groß-stadt und damit der Leuchtgasfabrikation, im Besitz desRohstoffes, den Deutschland vom Auslande zu beziehenhatte. Noch 1890 lieferten England und Schottland -/sder Gesamtproduktion an Benzol. Indem sich in der Kokereieine neue Duelle dieser Rohstoffe auftat, gewann Deutsch-land auf dem Boden einer mächtig aufblühenden Eisen-industrie (deren Hilfsgewerbe die Kokerei ist) auch dieRohstoffe der Teerfarben im eigenen Hause. Die deutsche