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gesellschaft" ausarten, in welcher der einen Seite allerVorteil, der anderen aller Nachteil zufällt. Aber nochfolgen die breiten lvählermassen der sozialdemokratischenPartei keineswegs gewerkschaftlichen Gedankengängen.Wie sie im Innern nur erst teilweise der zähen Kleinarbeitvertrauen, sondern das heil als Geschenk eines fabel-haften äsus ex maokillg, erwarten, so verwirrt diese ihreeigene Schwäche auch ihre Beurteilung der auswärtigen ,Lage. Ein siegreiches Proletariat soll in Bälde eine all-gemeine Weltverbrüderung herbeiführen und durch un-geheure Produktionssteigerung den Ramps der Völker umden Futterplatz beseitigen. Dieser Gedanke gehört in dieKinderstube,' leider ist er nicht so poetisch und nicht soharmlos wie das Märchen vom „Tischlein deck' dich"! 26)
Tatsächlich wäre der wirtschaftliche Rückschlag, welchereiner Niederlage gegen England folgen müßte, das einzigeMittel, die Zukunft der deutschen Arbeiterbewegung, da-mit aber auch die Zukunft Deutschlands , lahm zu legen.
Auch sollten die Arbeiter nicht vergessen, daß dieMarine innerhalb des staatlichen Drganismus erfahrungs-gemäß einen freiheitlichen und verkehrsfreundlichen Be-standteil darstellt. Der Flottenbau fördert den Industrie-staat. Er beschäftigt hochbezahlte und organisationsfähigemännliche Arbeiter, die sich das Weib als Hausfrau undKindererzieherin leisten können. Vagegen gefährden dieMode-, Saison- und Luxusindustrien durch Unterernährungden körperlichen Bestand der Arbeiterklasse — dies umso mehr, als sie schlechtbezahlte weibliche und jugendlicheHeimarbeiter bald anziehen, bald auf das Pflaster werfen.
Indem die Arbeiter die Flotte verweigern, verurteilensie sich selbst zu politischer Einflutzlosigkeit. Zwar sindauch in Wehrmachtssragen realistischere Auffassungen imAussteigen, wie sie etwa in den „Sozialistischen Monats-heften" gelegentlich nach Ausdruck ringen. Aus dem Ge-