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staubtes Rüstzeug in der Waffenkammer der „Gemeinen",während in Deutschland gerade die ergiebigsten Steuernparlamentarisch am schwersten durchzusetzen sind.
Nach K. Wagner kamen 1904/05 auf Tabak pro Kopsder Bevölkerung in Großbritannien 6,5 Mk. Steuern,d. h. fast sechsmal soviel wie bei uns, an Branntwein (nachAbzug der Zuschüsse an die Lokalverwaltung) 10,5 Mk.pro Kops oder mehr als viermal soviel wie bei uns, anBier über 6 Mk. pro Kops, fast achtmal soviel als inNorddeutschland. Die alkoholischen Getränke und Tabakbrachten dem britischen Staatssäckel in genanntem Jahreauf den Kopf der Bevölkerung 24,2 Mk. gegen nur4,8 Mk. pro Kopf in Deutschland . Das Gesamterträgnisdieser drei Steuern belies sich 1904/05 aus nahezu 1000Millionen Mk. 5luf Branntwein, Bier undTabak ruht steuerlich die britische Seemachtund das britische Weltreich. Diese Besteuerunggilt als Selbstverständlichkeit, nicht nur aus politischen,sondern auch aus hygienischen und moralischen Gründen.Keine Regierung, weder eine konservative, noch eineliberale, noch eine arbeiterparteiliche wird an ihr rütteln.In Deutschland wird nicht weniger geraucht und getrunkenals jenseits des Kanals, aber Branntwein, Tabak undBier brachten 1903/04 hier nur 253 Millionen Mk. Daßdie geringeren Wohlstandsverhältnisse Deutschlands hierfürnicht in Betracht kommen, beweisen folgende Tatsachen:Frankreich ist, alles in allem genommen, heute nicht mehrreicher als Deutschland , und doch brachten Getränke undTabak nach dem französischen Etat von 1905 fast 16 Mk.pro Kopf, mehr als das dreifache wie bei uns. Der öster-reichische Konsument ist ärmer als der deutsche, und dochliefern die Getränke und der Tabak in Oesterreich immernoch mehr als das doppelte wie in Deutschland. ^) (vergl.Tabelle 31 u. 32.)
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