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England und Deutschland / G. von Schulze-Gaevernitz
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würde heute jede der großen Volkswirtschaften in einemKriege mit England auf das Spiel setzen!

Nichts aber gefährdet den Frieden mehr als dieSchwachmütigkeit sogenannterpacifisten ", welche dieKbrüstungsvorschläge einer Macht ernst nehmen, derenFlottenausgaben das vierfache der Deutschen betragen.^)Noch l9t)4 stand einer britischen Marineausgabe von880 Millionen Mk. eine deutsche von nur 167 MillionenMark gegenüber, (vergl. auch die höchst bezeichnendenTabellen 29 u. 30.) Die britischen pacifisten befürwortendie Abrüstung der andern, welche die britische See-herrschast selbstverständlicherweise unangefochten ließe undgar vertragsmäßig verewigte. Kls der bekannte Friedens-apostel Herr Stead aus Deutschland zurückkehrte, verlangteer als britischer Flottenapostel für jeden deutschen Kiel zwei britische. VWcils sst>, Wtirara Qon seridsrö.

England wird früher oder später sich damit abfindenmüssen, daß seine Seeherrschast des neunzehnten Jahr-hunderts einem maritimen Gleichgewicht von vier bis fünfMächten im zwanzigsten Jahrhundert Platz machen mutz.Ie eher es sich zu dieser Einsicht durchringt, um so besserfür den Weltfrieden.

Die deutsche Flotte erscheint in diesem Zusammenhangals die einzig gesunde Grundlage einer ehrlichen Ver-ständigung mit England. Die deutsch -englische Frage istdann beseitigt, wenn England im Kriege gegen uns einenzu großen Einsatz wagen müßte. Iedes Panzerschiff, dasdie deutsche Flagge über die Wellen trägt, ist eine neueGewähr dafür, daß das englische Volk Deutschland alseine gleichberechtigte Macht anerkennen und sich auf demBoden friedlichen Wettbewerbs zurückhalten wird. DemFrieden und der Freundschaft dient in dieser armen Weltimmer noch am besten die Unmöglichkeit, mit Gewalt mehr