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zu erreichen, als durch vertragsmäßiges Zugeständnis. DieAchtung vor einer unangreifbaren Macht führte England zur Anerkennung der weltwirtschaftlichen und welt-politischen Bedürfnisse der vereinigten Staaten,' nur eineähnliche Achtung kann unseren britischen Vetter veranlassen,sich auch mit Deutschlands Ausstieg endgültig zu versöhnen.
Wenn neuerdings deutschfreundliche Stimmen jenseitsdes Kanals wieder häufiger zu Worte kommen, so beruhtdies gewiß nicht zuletzt auf der Anerkennung, welche unserebescheidenen Flottenanfänge seitens englischer Fachmännerfinden. Ich verweise z. B. auf die Ausführungen desbekannten Sachverständigen Archibald S. hurt in NinetienthTenturn (Iuli 1902): „Wie Deutschland sich zum großenTeil durch den Handel mit England aufbaute, so ist diedeutsche Flotte eine getreue, wenn auch keine knechtischeNachahmung der englischen. Der Geist in beiden Flottenist derselbe. Diensterfüllung des Dienstes wegen, ohne Aus-sicht auf Belohnung, ist die Losung für den englischenMarineoffizier und ebenso für den deutschen." ,,Zn allendeutschen Dienstzweigen wird Ausgezeichnetes geleistet,heute kohlt z. V. die deutsche Flotte fast so gut als dieenglische. Der „Kaiser Wilhelm II." nahm in Kiel Kohlenein, während ich an Bord war. Die Durchschnittsleistungwar 283 To. pro Stunde. Ich glaube, diese Leistungist einmal von der „Majestic", dem Flaggschiff des AdmiralsWilson, übertroffen worden, zeigt aber, welche Fortschrittedie deutsche Flotte in Leistungsfähigkeit macht. Außer derenglischen gibt es keine Flotte in der Welt, die so tüchtigwäre wie die deutsche." Um so weniger darf in diesemZusammenhange verschwiegen werden, daß konstruktiveMängel in den Augen britischer Fachmänner die deutscheFlotte bislang stark entwerteten. Erst den neuesten Schiffs-konstruktionen Deutschlands wird größere Achtung ent-gegengebracht. So weit diese Achtung begründet ist, hätten