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dargebracht. Andacht lind heiligem Ernst durchwehte MsereFeier. Jetzt, bevor wir in stattlich geschmückter Festhallezum heitern Mahl uns wenden; ehe Frohsinn und Scherzüber die Feier unseres Festes sich verbreiten; wohin solltensich unsere Blicke zunächst wenden als aus Ihn, der durchdie huldreiche Gestattunq dieses Festes uns einen so schönenBeweis seines unwandelbaren sürstlichen Vertrauens gad.Ja! Vertrauen! Vertrauen des Fürsten gegen sein Volk!Das ist das schöne Wort, was Sachsens erhabener Monarchschon vor Jahren anssprach, als er sein treues Volk mit ei-ner freisinnigen Verfassung beglückte. Allein war es nur einWort? ein bloßes Wort? Nein, das Wort ist zur schön-sten That geworden. Wohl uns also, daß uns durch einenedlen Fürsten der Schild gegeben ward, der uns auch sürferne Zeiten und die Wechselsälle einer verschleierten Zukunftdas dauerndste Glück verbürgt. Heil aber, dreifach Heil demallgeliebten Könige, der uns vertrauensvoll diese reine Wehrin die Hände gab, der aber auch mit fürstlichem Edelsinnunwandelbar darüber gewacht hat, daß deren Spiegelglättekein Hauch trübte. Wohlan, so erhebt denn mit Begeistereung den Becher, und Alles stimme in den Jnbelruf: Eslebe Se. Majestät unser treuverehrter KönigFr ie d r ich A u g u st von Sachsen, es lebe d a s ganzekönigliche Haus, es lebe die vonihmverlieheneVerfassung, die er zur Wahrheit machte! Sieleben dreifach hoch!"
Mit dem größten Jubel wurde dieser Toast aufgenom-men und ein tauseudstimmiges Vivat ertönte dreimal daßes weit und breit zu hören war. Ein zweites Mitglieddes Festcvmitt!, Herr Georg Wigand, betrat jetzt dieRednerbühue und sprach:
,,Jch habe diese Stätte betreten, um Sie, hochverehrteAnwesende! aufzufordern, Ihre gefüllten Becher dem Ge-dachtnisse Gutenberg's zu weihen. Bevor ich aber diese Aus-