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foi'öevung an Sie richte, gestatten Sie mt, einige Wortevorausschicken zu dürfen. Als am 14. Aug. 1837 auf demGutenbergsplatze zu Mainz die Hülle von dem Standbildedes Erfinders der Buchdruckerkunst herabsank, da durchbrausteein tausend und abertausendfältiges Jauchzen die Lüfce. DerJubel des Volks hallte wider von dem Dom, und seineehernen Zungen verkündeten laut, daß in dieser Stunde eineheilige Schuld abgetragen worden sei. Der Rhein aber, deran diesem Tage sich mit buntbewimpelten Schiffen geschmückthatte, fluthete stolzer hinab, die besiegelte Botschaft gen Hol/land zu tragen, daß ein Deutscher und Niemand anderer dieBuchdruckerkunst erfunden als Johannnes Gutenberg.Der^Jubelruf an jenem Morgen ist erklungen weit hinein indas deutsche Land und hat ein Echo gefunden in der Brustdes deutschen Volks. Er hat uns gemahnt, das AndenkenDessen, den Gott berufen, eine neue Geistersonne über denErdball heraufzuführen, im?lngesicht alles Volks, im Auge;ficht des Himmels mit heiliger Feier zu begehen. Diese f&tvehrung, dieses Ruhmbekränzen seines Namens .aber ist auchdas einzige würdige Dankopfer, welches wir ihm darzubringenvermögen. Gutenbcrg's Leben war eine Kette von Drang-salen und Verfolgungen; Neid und Mißgunst umdüstertenseine Tage. Doch ein Heller Stern leuchtete seiner dunkelnLebensbahn. Es war die Hoffnung, sein Name werde «im;mer verlöschen in den Fluchen der Jahrhunderte und eswerde eine späte Nachwelt erkennen, daß sein forschenderGeist die Menschheit bewahrt vor jeglichem Rückfall in dieBarbarei entschwundener Zeiten und daß seine Kunst dieErhebung des Menschengeschlechts begründet habe. Und jeuerStern, der seiner dunkeln Lebensbahn geleuchtet, es warkein eitles Schimmerbild. An dem Tag, an welchem Gu;tenberg sein müdes Haupt niederlegte zu ewiger Ruhe, anjenem Tag ist er nicht gestorben, sondern eingegangen zu tuner zwiefachen Unsterblichkeil. Ja, sein verklärter Geist weiltim Reiche der Seligen, der Name Gutenberg aber lebt in