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„Hochverehrtere ?tnwescnde! Es ist mir die ehrenvolleAufgabe zu Theil geworden, einen Toast auszubringen, deftscn Ziel gewiß des heutigen Tages würdig, der der bcdeu/tendsten einer ist. Wer stände wohl zu dem schönen Feste,das wir jetzt begehen, in einer nähern, wichtigern Beziehungals die alte ehrwürdige Anstalt, welche nur wenige Jahr-zehende vor dem Eintritte der heute gefeierten hochwichtigenErfindung, bewogen durch den Drang ihrer damaligen Mit-glicder nach Geistcsfreiheit, aus Prag auswanderte und, be-günstigt von Sachsens erlauchtem Herrscher, unser Leipzig zuihrem Wohnsitz erwählte; welche nun bereits im fünftenJahrhunderte segensreich fortwirkt, in allen Zeiten und ü\vter allen Umständen sich stets die höchste Achtung unter ihrendeutschen Milschwestern ungetrübt zu bewahren gewußt hat.
— Welchem Einfluß auf die gestimmte deutsche Literatur,auf den Zustand der Buchdruckerkunst und des BuchhandelsLeipzigs sie ausgeübt hat, brauche ich hier wohl nicht erst zuerörtern, die Vergangenheit wie die Gegenwart spricht davonmit lauten Zungen! Darum aber sei ihr dafür in dieserfestlichen Stunde ein lauter und feierlicher Dank gebracht.
— Ich ersuche Sie, meine Herren, Ihre Gläser zu füllenund sie mit mir auf das Wohl unserer Hochschule undaller ihrer Mitglieder zu leeren. Möge sie noch vieleJahrhunderte in gleicher Weise blühen, in gleichen Ehrenfortwirken, und ihr alle ihre dermaligen Mitglieder nochlange Jahre in kräftiger Wirksamkeit erhalten werden, zuLeipzigs, zu Sachsens, zu Deutschlands Ehren. Sie lebehoch \"
Sr. Magnificenz der Rector der Universität, HerrHof- und Mcdicincilrath Dr. Clarus, erwiderte darauffolgenden Toast.
,,Die so eben vernommenen Aenßerungen fordern mich auf,an dicse hochanschnliche Versammlung im Namen der deut/scheu Universitäten, und insbesondere der Universität Leipzig ,