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sagen — der Sinn für Maafj im Gebrauche der Freiheit,der Sinn für Gesetzlichkeit und Ordnung so allgemein vix*breiter ist. Ich will nicht an dieser Stelle ein Bild des trau-rigen Zustandes entwerfen, in welchem die Presse in nies);ren Theilen von Deutschland sich befindet; aber einige Hoff/nungcn lassen Sie mick hier aussprechen. Deutschland wirdeinst eine gesetzliche Preßfreiheit erhalten, und ist dazu be/rechtigt, darf sie erwarten; die Bundesacte h>t sie verspro/chen, in unsern Verfassungen ist dieselbe überall ausdrücklichzugesagt, und laut und dringend verlangt sie die öffentlicheMeinung, der auf die Dauer keine irdische Macht, zu wider-stehen vermag. Mochten nur diese Zusicherungen bald Wahr-heit und Wirklichkeit werden! mochte der Besitz der Preß-freiheit uns nicht zu spät zu Theil werden! möchten auchwir Jctztlebende uns derselben noch erfreuen können! möchtenicht erst am nächsten Jubelfeste dem deutschen Volke dieGelegenheit geboren sein, zu zeigen, daß, wie es den Werthdieses köstlichen Guts erkeunt, so auch der Verpflichtung sichbewußt ist, einen weisen Gebrauch davon zu machen! möchteendlich unser theures geliebtes Sachsen, das sich des edelstenFürsten erfreut, der jemals einen Thron einnahm, wo diehöchsten Staatsämter durch Männer besetzt sind, zu derenEinsicht wie echt constitutionelier Gesinnung wir das unbeding-reste Vertrauen haben dürfen, möchte unser Sachsen, derMittelpunkt des literarischcn Verkehrs in Deutschland , wiein so vielem Guten, so auch hier mit einem schönen Bei-spiele vorangehen! — Diese Hoffnungen an diesem schönenTag in diesem Kreise von Ehrenmannern aiiuzusprechen, warmir Gewissenssache, und ich erwarte ein jubelndes Einstim-wen in das Hoch, das ich der durch Gesetze b e-stimmten und geregelter. P r e ß f r e i h e i t und denM ä n n e r n bringe, die f ü r E r l a n g u n g d e r s e l b e nmit aller Kraft ihres Geistes gekämpft habenund ferner kämpfen werden. Ein jubelndes drei-maliges Hoch! "