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Hierauf hestreg Herr Rüdiger, Buchdrucker undMitglied deö Festcomitv, die Neduerl'ühue, und sprachwie folgt :
„Hochzuverehrende Herren! Gelitten Sie, daß auch ichin dieser festlichen Stunde mit einigen, dem Herzen enttströmenden Worten, Worten des Dankes und der Freude,hervortrete. Wie das große und seltene Fest, welches heute undin diesen Tagen wir feiern — in tausend und aber tausend deut-sehen Herzen den freudigsten Anklang, die innigste Theilnahmegefunden, so vor Allen auch in den Herzen der edlen Frauenund Jungfrauen, welche heute unsere festlichen Reihen mitdieser Fahne, diesem schönen, kuustreicheu Sinnbild der Ein-heit, geschmückt und geehrt haben. Aber nicht allein deräußere Glanz dieses herrlichen, uns und der hocherhabenenBuchdruckerkunst geweihten Denkmal ist es, welcher heute unszur lebendigsten Freude, zum innigsten Danke verpflichtet.Nein! durch den bedeutungsvollen tiefe» Sinn desselben er-wecken und befestigen sie uns anch Vorsatze und Entschlüsse,die weit, weit über die Tage dieser hochwichtige» Feier hm,ausreichen; die — wir wünschen und hoffen es — noch inder fernsten Zeit unseres Berufsleben die gesundesten Früchteder Einigkeit, des Fleißes und der Beharrlichkeit tragen wer-den. Tausendstimmig und aus voller Seele möge es daherjetzt und immerdar unter uns widerhallen:
Die Fahne weht! So haltet fest jiifamiiicii,Getreu .zu sein bei jedem Ruf der Pflicht.Zu edler Eintracht will sie uiis entstammen;
Vernehmt denn, was sie schweigend zu uns spricht.Kein Zeitverhältniß störeDes Bundes Wohl und Ehre,Daß Söhn' und Enkel noch in späten TagenA!it Ehre» dieses Ehrendcnkmal trage».
Die Fahne weht! Zum Preis der edle» Frauen,
Durch deren zarte, knnstgeübte HandWir dieses Sinnbild treuer Einbeit schauen,
Durch deren Hochsinn dies Panier entstand.