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bcv tu die Lüge zerschlug imb das Reich der unsichtbarenKirche, das ist: das Reich der Wahrheit und der Wissen?schaft, für alle Zeiten als einer neuen Geschichte Grund auf,richtete. Und Deutschland , hochverehrte Herren! — mitStolz sprechen wir es aus, und wiederholen es — Deutsch ,land ist die Wiege dieser großen That, und weun das Aus-land diesen schönen Ruhm uns zu entreißen suchte, so wardie Sorglosigkeit, welche lange Zeit es versäumte, Zeugnisseund Dorumente zu einer Geschichte der Buehdruckerkunst zusammeln und ans Licht zu föidcru, die einzige Schuld derDeutschen . In der neuesten Zeit ist indessen auch dieses ge/schehen, und so vollständig, daß die Nachweise anzuführenüberflüssig wäre. Nur Eine Thatsache sei mir erlaubt, Ih-neu ins Gedächtniß zu rusen: Gutenbcrg kam auf den Gccdanken, statt die Buchstaben aus Holz zu schneiden, einenhölzernen Buchstaben mit Blei zu übergießen, und mit diesemEinen kühnen Griffe war die bewegliche Type ersunden. Mirdieser nun bedruckte er das erste Werk, das als Frucht derGuteubcrg'schen Presse noch Niemand, auch der gehässigsteNeid nicht, den Muth gehabthat, zu bezweifeln. Es war diesdie sogenannte 42zeilige Bibel, die 1455 fertig wurde. In?dem nun diese Erfindung in den Städten unsers deutschen Vater.'landes Wurzel faßte, hat sie im Laufe der Jahrhunderte ihrenHauptsih in Leipzig aufgeschlagen und so ist Leipzig gegenwärtigeine Hanse des deutschcnBnchhaudels, cincTrägerin der Literaturein Triebrad des geistigen Umschwungs, eine Hauptstadt gewor-den des großen Reiches, welches Gutenbcrg begründete.Buchdruckereien freilich und Buchhandlungen giebt es in a\:len Ländern Europas und auch jenseit der Meere, aber beikeinem Volk auf der ganzen Erde ist der Buchhandel sodurchgebildet, organisirt und in seinem Wesen so innig mitdem.Leben und der geistigen Wirksamkeit verbunden, wie derdeutsche Buchhandel mit dem deutschen Volk. Und wie dieserBoden, auf dem wir stehen, vor Jahren ein Mittelpunkt je-»es gewaltsamen, europäischen Conflictes war, in welchem
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