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die Völker, tu'scctf von dem Geiste der Freiheit, ihren griß/ten nnd entschlossensten Gegner niederwarfen, so hat auchneuerdings dieser Platz immer entschiedener nnd immer glnek-licher die Faden jenes großen, geistigen Gewebes, welchesL der Buchhandel über Deutschland ausbreitet, zusammengefaßt.Ich gedenke jener Bemühungen thätiger College», denenendlich gelungen ist, was seit dem ersten Versuche von 1765immer vergeblich angestrebt wurde, sämmtliche deutsche Buch,Händler nämlich zu einem Vereine, der die Rechte des Ein«zelnen wie der ganzen Corporation wahrnehme und vertrete,zu verbinden. Die deutsche Buchhaudlerbörse, am 2(5. April-18:30 eingeweiht, ist der gemeinsame Hcerd, der Stolz unddas Werk aller deutschen Buchhändler; ihr Organ m das Bör;senblatt, ein Eigenthum der Gesammtcorporation. Diesemächtige Verzweigung des Buchhandels über sast alle Län-der Europas hat nun in der Typographie das große Feld il}/rer Werkstätten. Zuletzt in dieser geistigen und gewerblichenAusbildung hac nun auch der Buchhandel aufgehört, nur derDiener der Bibliotheken und der Großen dieser Erde zu sein;er ist mit seinen tausend und wieder tausend Schriften indas gesellschaftliche Leben, mitten hinein in die Hütten undHerzen des Volkes geschritten; die Irrenden wurden belehrt,die Zagenden crmuthigt, die Bücher der Wahrheit Allen ansHerz gelegt, die Botschaft des ewigen Friedens überall ver-breitet, die höchsten Interessen der Menschheit, der Gangihrer Geschichte, ihre Kämpfe und Siege Allen zur täglichenund sründlichen Kunde gebracht. Von diesem großen Erbe,das im Verlauf ihrer vier Jahrhunderte die Buchdruckerkunstder gebildeten Menschheit zugewendet, haben nun in Deutsch -•and Kirche und Wissenschaft nahebei ihre völlige Freiheiterrungen; die wissenschaftliche Presse ist nicht frei gelassen,aber sie ist frei! Dagegen, meine Herren, steht eins unsnoch bevor. die politische Freiheit der Presse, der ganzeund volle Gebrauch dieser Oeffentlicbkeit, durch welche zuerstder Staat zu seiner ganzen Selbsterkcnntniß und zuin 33?/