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n'iK Meihliche Z»tu»st versprechet und mit ihm lern Buch-hMdÄ; es sei bi'nn, er falle durch sich selbst, durch dieSchuld seiner eignen Mitglieder. Dies zu verhüten ist unsrePflicht, an die uns kein Zeitpunkt ernster und gebieterischermahnen kann als der gegenwärtige. Aber es gennqk nicht,uns im AD'zenwmen dieser Pflicht zn erinnern, wir müssenuns auch bewußt werden, wie wir ihr nachkommen könnennnd sollen. Da tritt uns eine alle Wahrheit als Leitsternrntgegen, nämlich die, dasi alle Güter durch dieselben Mitteleih.iltt'» werden müssen, durch welche sie gewonnen wordensind. Der deutsche Buchhandel nun ist erwachsen ans den,stillen, ansvrnchlosen Wirken unserer Vorfahren und unsererVeteranen, seine ganze Einrichtung ist gebaut auf großes (je/genseitigcs Vertrauen und collegialisches Entgegenkommen,auf wechselseitige Schonung der scheinbar entgegengescl;ren,im Grund aber doch gleichen Interessen; der Mechanismushat sich in neuerer Zeit vervollkommnet, äußere Formen ha-bni sich angebildet, aber dies würde uns wenig frommen,wenn wir den alten ehrlichen, brüderlichen Geist nichtbewahrten. — Der alte Buchhandel, es ist wahr, fvHemehr dem Bedürfniß, als daß er ihm vorangeeilt wäre, esgeweckt hätte, aber er diente auch fast nur guten Zwecken:bei feinem Entstehen beinahe ausschließlich der Religion, danndem Unterrichte der Jugend, der Erörterung des Rechts,wozu sich jedenfalls die Presse besser eignet als das Schwert,der Wissenschaft, sowohl nack der Seite der Forschung alsnach der der Lehre hin, am spatesten beinahe den freienSchövfnngen des Genius. Wenn nun in neuerer Zeit dieLiteratur mehr und mehr in alle Kreise des Lebens cinge-drungen ist, um ihr die Thätigkeit und Ausbreitung desBuchhandels große Fortschritte gemacht hat und zugleich derSpeculalionSgeist unter uns reger und mächtiger geworden istals je zuvor, so müssen wir dies zwar als eine natürlicheund an sich wohlihauge Entwickelung anerkennen, dürfenuns aber zugleich nicht verhehlen, daß ein schrankenloses