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verhinderte ausznsprechen, heute an derselben Stelle vorz»/tragen. Daß ich als Fremder und einer deutsche» Hö'chsMltangehörig, welche, znr Erhaltung des Rechtes und der Wahr-heit gegründet^ sich Jahrhunderte hindurch treu dem Geist ih-rer Stiftung gezeigt, mich erkühne, zu Ihnen zu reden, lie-fert Ihnen den Beweis derjenigen Ueberzeugung, welche michbeseelt. Was ich zu sagen wünsche, gilt der Anerkennungeiner der edelsten Eigenschaften unserer Nation. Auf ihr be-ruht das Wohl der Familien, dcreu feste Grundlage dieSittlichkeit ist, von der allein alles Heil auf Erden ausgeht.E6 gilt dem deutschem Bürger sinne, auf den wieauf einen sichern Pfeiler das wahre Glück des Einzelnenwie des ganzen Volkes sich unerschütterlich stützt. Ihm giltes, der im schwersten Kampfe so oft schon sich als ein heiligErbthcil bethätigte und selbst unter den schmerzlichsten Leidendennoch siegreich endlich zum Frieden führte. Möge er bisin die untersten Klasscs unsers Volkes dringen, daß, immermehr und mehr von geistiger Freiheit und festem Rechte gc-tragen, er ein Geschenk werde, das, in der Wiege jedesDeutschen gefunden, ihn bis zum Grabe begleite. Nicht um--sonst haben wir in den heißen Kämpfen der Reformationwie des Befreiungskrieges dafür gestritten, nicht umsonst hatGutenbcrg's herrliche Erfindung, befördert durch das glorreicheEindringen der Naturwissenschaften in die Technik, seinenSegen verbreitet! — Was waren wir ohne ihn geworden?!— So hat er ganz besonders sich auch hier bei diesem schö-neu, ewig unvergeßlichen Feste bewährt, und es geziemt sichnicht allein, nein! — es gebührt sich vor-Allem, in denMauern des altehnvürdigen Leipzig aus tiefster Brust zurufen: Heil und Gedeihen dem deutschen Bür;ger sinne!"
Bevor jedoch die Besprechungen in der Fesihalle nochihren eigentlichen IHnsciujj nahmen, überreichte eine Depu-tation der Hr'fbuchdrutterci zu Altenbnrg, aus welcher Of-