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Beschreibung aller bei der vierten Säcularfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst am 24. 25. und 26 Juni 1840 in Leipzig stattgefundenen Feierlichkeiten : ein Denkmal für die Mit- und Nachwelt
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Furcht das Jubiläum bei Erfindung der Buchdruckerkunst

gefeiert werde.

Die Buchdruckerkunst scheine durch den Rath der Vor»schung erst kurz vor der Eroberung von Koustantinopel durchdie Türken erfunden zn sein, in deren Folge viele nach §f«<licn ausgewanderte Griechen zur Wiedererweckung wissen»schaftlicher Cultur beitrugen, und bald darauf die Reform«,tion eintrat, also zu der Zeit, wo durch beides eine höchstwichtige Veränderung aller Verhaltnisse hervorgebracht wurde.Doch gebühre noch ein höherer Werth der Schreibekunst,deren Erfinder unbekannt und ungeehrt sei, einer Kunst,die es möglich gemacht habe, den Tönen Gestalt zn geben,niid durck die Augen, was ans dem Munde ging, auch Ent*fernten, auch der späten Nachwelt vernehmlich zu machen.Jedermann nehme Antheil an der Feier, außer Denen,welche die Menschen entweder in Gewissenszwang oder inStumpfheit erhalten möchten, um sie ganz in ihrer Gewaltzu haben. Alle Andere frenen sich der Erfindung, obwohlaus sehr verschiedenen Ursachen; unwürdig der Theilnahme,obwohl sehr erfreut,'seien die Schriftsteller, die durch fröm»mclnde Tracrätchcn, sittenlose Erzählungen, aufwiegelndeSchriften Schaden stiften. Am meisten haben sich die Buch»Händler und Buchdrucker zu freuen, da sie jetzt nicht sowohlden Wissenschaften dienen, als sie beherrschen, und der Buch-Handel zu einem für den ganzen Staat, besonders auch fürunsere Stadt so höchst wichtigen Glänze gelangt ist, daß ihmdie größte Sorgfalt und Pflege gewidmet werden muß. AlleArten von Kenntnissen und Wissenschaften breiten sich durchden Fleiß, der auf sie verwendet wird, so aus, daß dieMasse der Bücher sich unendlich vermehrt, und die Schwie»rigkcit, diese Bücher alle zu drucken und zu verbreiten, mitgroßen Kosten und vieler Gefahr verbunden ist. Stiege ingleichem Verhältnisse mit den Mitteln der Bildung auch dieMöglichkeit, sich dieser Mittel zu bedienen, so wäre nichtszu fürchten. Aber der Geist der Zeit, blos anf den nächsten