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fand ihr Publikum, und Alles ging auf in lauter und rei-»er Freude. Die zahlreich ausgefeltteu Preise fanden nochzahlreichere Bewerber, und keine der Aufgaben blieb uuge-lost. Auch wurde der von der Backeriunnng gespendeteFestkuchen und von Seiten deö Comilt- Festwein unter dasPublicum vertheilt, daö die Auöspeuder in dicht gedrängtenMassen aller Klassen nmriugte; jedoch, wie sich sehr wvhlbemerken ließ, nicht sowohl, um ein Stück Kuchen und ei-nen Schluck Wein zu erhalten, als vielmehr Gen Kindernund Kindeskindern verkünden zu köuuen: Ich habe vondem Kuchen gegessen und von dem Wein getrunken, deran dem Jubelfeste zu Ehren Gutenberg'6 öffentlich gespen-det wurde. Die Zahl der beim Volksfest Anwesenden, danicht blos ganz Leipzig hinausgeeilt war, sondern zu denzahlreichen Fremden, die von fern her zur Feier des Festesnach Leipzig geströmt waren, an diesen Tagen ein großerTheil der Landbewohner im Umkreise von mehreren Meilenhinzukam, läßt sich sehr schwer bestimmen, man kann sieeben so gut 40,000 wie zu 60,000 und mehr angeben.Durch diese Menschenmasse aber, dieß kann man behaupten,ward das Fest erst znm Volksfeste, und durch ihre Haltungdem Feste erst derjenige anstandige Ton eingehaucht, dervom Anfang bis zum Ende alle Theilnehmer beseelte unddas von gar vielen bespöttelte Volksfest zu einem Muster-feste machte. Genug die Zahl der zum Volksfeste herbei-geströmten Menschen war so groß, wie wir sie in Leipzig gewiß nur höchst selten auf einem Platze vereinigt gesehenhaben. Gegen halb 10 Uhr wurde ein in einzelneu Par-tien so ausgezeichnetes Feuerwerk vou Hrn. S e i d e m an nverfertigt und abgebrannt, wie es sich nnr immer da her-stellen laßt, wo ein militärisches Laboratorium dasselbenicht unterstützt. Ganz vorzüglich gelang das Transparentam Schlüsse, wo in der Mitte einer ungeheuern Sonnedas Wappen der Buchbrucker-Jnnnug zu sehen war. Hinzu-gefügt muß noch werden, daß mehre Gebäude des ganz inder NäW gelegenen Pfaffendorf's glänzend erleuchtet waren.