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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
Entstehung
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testen ist. Alle übrigen Strecken erscheinen zu den ge-nannten als Zweiglinien.

Für den Getreideverkehr haben alle diese Bahnen ihregrosse Bedeutung.

Ueber die Entwicklung der neben-bahnähnlichen Kleinbahnenim Verhältnis zu der im Kgr. Preussen gibt die Tabelle IVim Anhang Aufschluss.

Danach hat die Provinz Posen im Jahre 1908 736 km.nebenbahnähnliche Kleinbahnen. Auf 100 qkm. kämen 2.51km. (Preussen 2.51) auf 10 000. Einwohner 3.64 fPreus-sen 2.25).

Während also im Verhältnis der nebenbahnähnlichenKleinbahnen zur Fläche die Provinz Posen dem Durchschnittdes Pr. Staates gleichsteht, übertrifft sie im Verhältniss der-selben zur Einwohnerzahl den Durchschnitt mehr als umdie Hälfte.

Von allen Kleinbahnen dient 3/4 (und zwar im Jahre1908 9 Kleinbahnen mit 508.2 km. Länge) vorzugsweiseder Landwirtschaft, der Rest 3 Kleinbahnen von 227.8km. Länge gleichmässig Handel & Industrie wie derLandwirtschaft. Anderen Verkehrszwecken dienen die Klein-bahnen überhaupt nicht. Der verhältnismässig grosse Güter-und Specialwagenpark, und die verhältnismässig kleineZahl der Dampflokomotiven, wie die geringe Höhe derAnlagekosten ist leicht zu erklären, wenn man sich verge-genwärtigt, dass 57% dieser Nebenbahnstrecken eine Spur-weite von 0,600 m. hat.

Es sind also zum grössten Teil schmalspurige, so ge-nannte Lowriesbahnen, zu gewissem Teil wohl mit Pferdengezogen.

Dessenungeachtet zeigt der Aufschwung der Klein-bahnen, dass das landwirtschaftliche Gewerbe eine immerintensivere Bewirtschaftungsform annimmt.