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Der Getreidehandel in der Provinz Posen / von Władysław Hedinger
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Der Rgbz. Bromberg, der 1895 hinter dem Durchschnittder Provinz zurückstand, hat diesen nicht nur eingeholt,sondern auch übertroffen 1 ).

Die bisher angeführten Zahlen lassen den Schlussziehen, dass der Getreidehandel wenn auch ungleichmässig,doch überall langsam sich entwickelte. Dem ist aber nichtso. Sieht man auf die Zahlen für die einzelnen Kreise hin,so zeigt es sich, dass

von 28 Kreisen d. Rgbz. Posen:

14 eine Abnahme aufweisen von insgesamt 128 Betrieben

von 14 Kreisen d. Rgbz. Bromberg:

7 eine Abnahme aufweisen von insgesamt 54

während in den übrigen 21 Kreisen

eine Zunahme von 331 Betrieben stattfandso dass in 513 Betrieben

oder 25°/o 2 3 * * ) eine Veränderung stattgefunden hat.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Betriebe ihrenWohnsitz nur geändert haben, wenn sie den Betrieb voneinem Kreis in den andern verlegt haben, sodass die absoluteZahl kleiner wird. Da jedoch die näheren Angaben fehlenund eine Aenderung des Betriebssitzes auf eine gesundeEntwickelung nicht schliessen lasst, so mögen die errechnetenZahlen zu weiterer Schlussfolgerung als Grundlage dienen.

Nicht ganz so scharf sind die Zahlen für die gewerb-tätigen Personen. Da zeigen

im Rgbz. Posen nur 11 Kreise eine Abnahme v. 140 gewerbt. Personen Bromberg,, 4 50

zusammen eine Abnahme in 15 Kreisen von 190 gewerbt. Personendem eine Zunahme in 27 854

gegenübersteht.

Um die Angaben für die einzelnen Kreise besser vergleichenzu können, habe ich sie umgerechnet (vergleiche Tabelle X).

Die Grösse der Kreise ist nicht gleich, sie schwanken(Stadtkreise ausgenommen) zwischen 41431 ha (Gostyn)und 138.650 ha. (Bromberg Ld.)

Ebenso schwankt der Prozentsatz des Ackerbau undGartenlandes, auf dem allein der Getreidehandel fussen kann,zwischen 32,8°/ 0 (Filehne) und 80,7°/ 0 (Gnesen) 8 ).

*) Die Erläuterung hierzu gib! der Abschnitt V.

2 ) (100 = 2012 Zahl der Haupt- und Nebenbahn im Jahre 1895.)

3 ) Ich gehe von den Angaben aus, welche Meitzen Bd. VII.

S. 160 163 für die Bodenbenutzung und den Anbau der Feldfrüchte

im Jahre 1900 angibt. Da das Jahr 1900 ungefähr in der Mitte