Mitteilungen des Kriegsministers an die Handelskammer zuKassel sind in der Zeit von April 1902 bis Ende März 1903von dem Gesamtbedarf der Militärverwaltung an Weizennur 22%, an Roggen nur 39% und an Hafer nur 58%aus zweiter Hand augekauft worden.“
Die Entwickelung der Mühlen.
Die Mühlen, die meist in privaten Händen sind, bevor-zugen in der Regel den Getreidehandel. Es erklärt sichdaraus, dass der Handel die Ware besser zu reinigen undzu bearbeiten versteht; ausserdem legt der Mühlenbesitzerseine Kapitalien im Mehl an, das er den Bäckern aufKredit geben muss; und deswegen hat er für die geld-bedürftigen Produzenten keine Mittel zur Verfügung, infolge-dessen behauptet der kapitalkräftige Getreidehändler immernoch das Feld.
Jedoch muss der Getreidehändler sich den kon-sumierenden Mühlen anpassen; deswegen ist der Standortder Mühlen vielfach für den Standort des Getreidehandelsmassgebend. Nach der gewerblichen Betriebsstatistik von1895 verglichen mit dem von 1907 (vergleiche Tab. XI)ist eine Vergrosserung der Mühlen festzustellen in denKreisen: Stadt Posen, in Ostrowo, in Lissa, Adelnau, Schmiegel, Kolmar i/P. und Witkowo. Alle andere Kreiseweisen ein Zurückgehen des Mühlengewerbes auf, und zwarin dem Maase, dass für den Regierungsbezirk Posen einRückgang von Mühlen-ßetrieben um 372 = 18% und vonden im Mühlengewerbe beschäftigten Personen um 430 .19%
festzustellen ist, während sich für den Regbz. Bromberg dieanalogen Zahlen auf 51 12% (Betriebe) und 311 19%
(Personen) beziffern. Vergleicht man diese Ergebnisse mitder Tabelle X. für den Getreidehandel, so kann man nurden Stadtkreis und die Kreise Ostrowo, Schmiegel undAdelnau sagen, in diesen Kreisen habe das vorerwähnteMühlengewerbe auf die Steigerung des Getreidehandelsgewirkt.
In diesen Kreisen — oder besser gesagt in den indiesen Kreisen gelegenen Städten gleichen Namens — vor-allem in Posen, Lissa, Ostrowo, z. T. Bentschen, hat sich