118
Die Handelsvertretungen von Posen und Westpreussen suchten auf allen, ihnen zur Verfügung stehenden Wegenes dahin zu bringen, dass die Monopolstellung der Raiff-eisen-Kornhäuser ausgeschaltet werde und dass der freieHandel durch Submission zugelassen werden könne. Allediese Versuche blieben erfolglos. Die Regierung versprachnur, keine weiteren Kornhäuser zu bauen.
Noch wie vor bedient sich die staatliche Ansiedlungs-kommission für den Getreideverkauf und den Einkauf desgrössten Teiles der Dünge- und Futtermittel und derSämereien ausschliesslich des „Deutschen Lagerhauses 1 zuPosen gegen eine festgesetzte Provision von 1%.
Aus dieser Verbindung erklärt es sich auch, weshalbim Gegensatz zu allen anderen vom preussischen Staategebauten Kornhäusern diejenigen in der Provinz Posen sichhaben halten und entwickeln können.
Allein diese Politik steht infolge der Ausschaltung derKonkurrenz nicht im Einklang welcher mit den finanziellenInteressen des Staates, aus dem die Königliche Ansiedlungs-Kommission ihre Hilfsmiitel erhält, noch auch mit demInteresse der Volkswirtschaft, da eine Reihe von Kaufleutenschwer geschädigt wird.
Soweit private Erwerbsklassen (Landwirtschaft) sich inGenossenschaften gegen andere private Erwerbsklassen(Getreidehandel) zur Wehr setzen, ist die Sache in Ordnungund die gegenseitige Konkurrenz ist für beide Teile einAnsporn zur Steigerung ihrer Produktivität. Gegen denStaat zu konkurrieren, der zum Teil aus den Mitteln derzu bekämpfenden Schicht lebt, ist unmöglich und muss inseinen schliesslichen Konsequenzen zum Niedergang desschwächeren führen, in diesem Falle des Getreidehanüels,was der Volkswirtschaft nicht von Nutzen sein kann.
Ausblick.
Denn den Genossenschaften sind durch ihre rechtlicheStruktur (drei Vorstandsmitglieder, die nicht eigenes, sondernanvertrautes Kapital verwalten), hinsichtlich ihrer Beweglich-keit und der Möglichkeit eines schnellen EntschlussesSchranken gezogen, und die Geschichte der norddeutschen